Tag der offenen Tür im Knast
Zwei junge Frauen streiten über Politik und Triggertheorie. In Bremen schuften Niedriglohnempfänger in einem Hochregallager, das belegschaftsintern Guantánamo genannt wird. Zeus spricht über den Untergang der Medienkultur. Aus Künstlern werden Journalisten, oder sie machen ein Kunstprojekt im Knast. In «Farbenblinde Arbeit» geht es um unsere Arbeitswelt, die Krise der Printmedien und Wahrnehmungsprobleme, um Kunst im Knast und Kunst als Knast. Und um einen persönlichen Rachefeldzug.
Nach einem Streit über das Programm ihres feministischen Filmclubs schmeißt Michelle ihre Mitbewohnerin Sofie aus der Wohnung. Michelle glaubt, dass man Frauen, die Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht haben, vor bestimmten Filmen schützen muss, um ih-re traumatischen Erlebnisse nicht erneut auszulösen. Für Sofie ist diese Triggertheorie eine Bevormundung und politisch gesehen Unsinn, weil sie direkte Aktionen verhindert. Sofie ist Künstlerin und arbeitet mit Frauen im Gefängnis an einem Kunstprojekt. Computerprogramme übersetzen die Stimmungen der Frauen in grafische und akustische Objekte. «Affektives Programmieren» nennt sie das. In der aktuellen Debatte über die Privatisierung der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Ingoh Brux
Aus zwei verschiedenen Richtungen – wie Wagen in zwei Fahrtrichtungen auf einer nächtlichen Landstraße, die sich für einen einzigen kurzen Moment begegnen und dann aneinander vorbeirauschen –, so laufen die Geschichten und Lebenswege in Christoph Nußbaumeders Stück «Das Fleischwerk» aufeinander zu. Sie streifen, verletzen und verlieren sich. Brutal sind sie alle,...
Richtig einig sind sich die 44 Kritiker, die zu unserer diesjährigen Hitparade beigetragen haben, vor allem in einer Frage: Das Theater des Jahres ist das Maxim Gorki Theater im ersten Jahr der Intendanz von Shermin Langhoff! Eindrucksvolle 15 Kritiker ließen sich von ihrem Berliner Neustart überzeugen, 7 stimmten für den Vorjahressieger Münchner Kammerspiele unter...
Schuhe aus Beton muss Fandra Fatale tragen, damit sie nicht den Boden unter den Füßen verliert und endlich ihr Leben meistern kann. Albert Wegelin erinnert an Hermann Melvilles Bartleby und sein «Ich möchte lieber nicht» und wird doch ohne sein Zutun plötzlich ein mutiger Wut-Bürger. Der fette Karl Klotz ist in eine schwerelose Seiltänzerin verliebt. Herr...
