Intendanten, integriert euch!
«Postmigrantisches Theater» – ich weiß nicht, wozu dieses Etikett gut sein soll. Damit manövriert man sich in eine Sackgasse. Biedert sich an. Dass auch Leute, deren Vorfahren nicht immer in Deutschland gelebt haben, Theater machen, sollte selbstverständlich sein. Wann ist man denn nicht mehr Migrant? Wann darf ich denn endlich angekommen sein? Ich bin in Berlin geboren. In meiner Jugend war die Herkunft meiner Eltern überhaupt kein Thema. Da wurde nie nach meiner Herkunft, meiner Ethnie gefragt oder geurteilt. Was hier neuerdings abgeht, ist der reinste Rassenwahn.
Das macht mir Angst und erinnert mich sehr ungut an die deutsche Vergangenheit. Istanbul ist zur Zeit voller Berliner und hier sind die Koffer gepackt. Diesen Impuls kann ich nachvollziehen.
Als wir neulich zum Gastspiel von «Ein Warngedicht» nach Münster gereist sind, wurde ich in Hamm von der Polizei herausgepickt, weil sie meinen Pass kontrollieren wollten. Was soll das? Warum ich und nicht der Black-Metal-Typ da drüben? Es ging um Paragraf 22. Erst wollten sie mir nicht erklären, was der Paragraf bedeutet, dann stellte sich heraus, es geht um illegale Einwanderung. Ich habe gesagt, dass jemand, der so gut Deutsch ...
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