Bank oder Theater?

Hilko Eilts über Johannes Schrettle «Die Kunden werden unruhig»

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So viel sie in der öffentlichen Diskus­sion gescholten und gegeißelt werden, so beliebt sind sie seit Jahren als Sujet in Literatur, Film sowie auf den sich nach wie vor als gesellschaftskritisches Korrektiv verstehenden deutschsprachigen Bühnen: die Banken und ihr Personal als moralisch bestenfalls zweifelhafte Agenten eines entfesselten Kapitalismus, der sich aller Krisen und Protestbewegungen zum Trotz seit den 90er Jahren unangefochten behauptet.

Auch der aus Graz stammende, 1980 gebore­ne Autor Johannes Schrettle, der in den letzten Jahren vornehmlich in der Freien Szene arbeitete, bedient sich dieses verbreiteten Sujets – und widersteht ihm zugleich. Er entwirft in «Die Kunden werden unruhig» einen im Bankenmilieu angesiedelten, kriminalspielartigen Plot, der nicht frei ist von parodistischen Zügen: Ein mittelständisches Geldhaus mit den üblichen Angestellten hat die üblichen Probleme und engagiert eine in solchen Fällen ebenfalls übliche Personalberaterin zu einer in vielen anderen Bereichen längst nicht mehr üblichen Gage.

Ein zweitägiges Coaching in einem abgelegenen Tagungshotel soll zur Optimierung der firmeninternen Kommunikationsstrukturen und der Lösung von ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 181
von Hilko Eilts

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