«Mein Spezialgebiet ist heiße Luft»
Bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin konnte man im Juni eine reizende Szene erleben. Eine Dramatikerin saß im Dienste der Publikumsansprache auf dem Podium und ließ sich von einem Dramaturgen Fragen zur Person stellen. Die Routinefrage, wie sie denn für ihr neues Stück recherchiert habe, kontert sie mit einem amüsierten: «Das ist ein Selbstporträt.» Der Dramaturg unternimmt einen zweiten Anlauf: «Hast Du Dich selbst interviewt?» Antwort der Künstlerin: «Sicher.» Je knapper ihre Antworten ausfallen, desto ausführlicher wird der Dramaturg.
Die Künstlerin lehnt sich entspannt zurück und lässt ihn den Job erledigen: «Red’ ruhig weiter, ich bin heute eh etwas angeschlagen.» Zwischendurch klingelt ihr Handy, sie geht nonchalant ran. Besorgte Nachfragen des Dramaturgen zum Stress im Leben einer Dramatikerin lässt sie ebenso freundlich an sich abperlen («Ich habe kein Problem damit, Stückaufträge abzulehnen») wie seine Frage, wie sie es denn mit ihrem «Selbstmanagement» halte. Gutgelaunte Replik der Künstlerin, der an diesem Abend noch ein mit 5.000 Euro dotierter Dramatikerpreis winkt: «Ich werde mich nach der Vergabe des Preises wieder dem Hippietum widmen.»
Felici ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Das Stück des Jahres, Seite 136
von Peter Laudenbach
Jedem der Stücke von Elfriede Jelinek geht ein fassbarer Schreibanlass voraus. Das ist nicht erst offenkundig, seit sie diesen das eine oder andere Mal auch einfach drüber schreibt und Sekundärdramen verfasst wie «Abraumhalde» (zu Lessings «Nathan der Weise»), «FaustIn and Out» (zu Goethes «Faust») oder «Rein Gold» (zu Wagners «Ring des Nibelungen»). Meist aber...
Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»
New York City im Jahr 1941....
Begin the Beguine» ist kein neues Stück. John Cassavetes’ letzte Fassung stammt aus dem Herbst 1987. Knapp eineinhalb Jahre später starb der konsequente Künstler und Erneuerer des amerikanischen Kinos. Diesen Dreiakter hatte er Ben Gazzara und Peter Falk auf den Leib geschrieben, beide Lebensschauspieler für Cassavetes. Es kam zu
gemeinsamen Lesungen, Proben, die...
