Köln: Die Schöne und der Knast
Eine schöne Mörderin, die ihre Ehemänner tötet, im Keller einbetoniert und im Gefängnis ein Kind bekommt, hat schon starkes Starpotenzial. In Österreich füllte die Geschichte der «Eislady Esti» Klatschspalten und Feuilletons. Selbst der Schriftsteller Thomas Glavinic sprach nach einem Gefängnisbesuch fasziniert von ihren «bemerkenswerten Vibes» und «zarten Händen». Eigentlich wäre der Fernsehregisseur, Autor, Talkshow-Macher und Lyriker David Schalko der richtige Mann, der skurrilen Verehrungsfreude unserer österreichischen Nachbarn auf die Spur zu kommen.
Mit seiner Serie «Braunschlag» schuf er etwa eine Provinzposse über ein Dorf, dass sich aus Geldgier eine Marienerscheinung erfindet und darüber zugrunde geht – mit seinen bitterbös-zynischen Charakterzeichnungen und der langsam-verwackelten Filmweise gilt er als Revolutionär der österreichischen Fernsehlandschaft.
Auf das Theater lässt sich dies nur bedingt übertragen. In Schalkos erstem Theaterwerk, dem Singspiel «Kimberley», hat die Mörderin ihre Strafe schon abgebüßt, im Gefängnis wird ihr selbst die durchgedreht-liebestolle Psychologin (Sabine Waibel) im grünen Latex-Anzug verfallen. Als Kimberley neben einem Dreiergespann ...
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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Dorothea Marcus
Aalen, Theater der Stadt
12. Vekemans, Gift – Eine Ehegeschichte
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg/Gera, TPT
13. Lorca, Bluthochzeit
R. Akillas Karazissis (Altenburg)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
7. Shakespeare,
Der Widerspenstigen Zähmung
R. Tamara Korber
Augsburg, Sensemble Theater
20. Kaurismäki, I Hired a Contract Killer
R. Sebastian Seidel
Augsburg, Theater
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Vier arme Teufel, aber nur eine Bank. Ein Bahnhof, aber kein Zug hält. Vierfache Armeteufelslust auf Nikotin. Aber nur eine Zigarette. Das ist Güllen im Dezember 2015, ein beliebiges Kaff, mit dorfüblichen Honoratioren als Platzhirschen. Bloß dass das Kaff aus widrigen Gründen vom Rest Europas abgekoppelt worden ist, die Honoratioren reichlich abgewetzt...
Schaut man aus dem 21. Jahrhundert auf Ramstein, das europäische Hauptquartier der amerikanischen Luftwaffe bei Kaiserslautern, kann einem der Unfall auf der Air Base, bei dem 1988 während einer Flugschau 70 Menschen ums Leben kamen, schon wie ein Vorbote des 21. Jahrhunderts und seiner schuldig-unschuldigen Kriege vorkommen. Heute spielt, wie in Deutschland...
