Der Theater- und Literaturkritiker Rolf Michaelis ist tot
Mit Rolf Michaelis (8. August 1933– 3. April 2013) starb einer der letzten seiner Art: ein echter Feuilletonist. Das heißt: ein Allrounder mit Tiefgang und mit elegantem, leicht lesbarem, nie leicht-fertigem Stil. Er promovierte über Hölderlin, wurde Redakteur im legendären Feuilleton der «Stuttgarter Zeitung» unter Siegfried Melchinger. Gerade mal dreißig, leitete er schon den Literaturteil der FAZ, später dann den der «Zeit».
Für «Theater heute» schrieb er nicht nur über Schauspiel, sondern auch über Oper – so über die ersten Inszenierungen von Karl-Ernst und Ursel Herrmann; und über Tanztheater – über Pina Bausch, Reinhild Hofmann ...
Er war ein liebender Kritiker und schwärmerischer Porträtist; wurde seine Liebe aber enttäuscht, konnte seine Kritik schlicht kühl analytisch sein. Immer war sein Urteil von enzyklopädischer Bildung. Und vom Respekt für die Künstler. Denn Rolf Michaelis war – in der Arbeit wie im Leben – ein höflicher Mensch.
Michael Merschmeier
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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Magazin: Nachruf, Seite 70
von Michael Merschmeier
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