Rebekka Kricheldorf: Fräulein Agnes
Personen
Agnes, zwischen 40 und 45
Fanny, zwischen 45 und 50
Orlando, zwischen 20 und 25
Sascha, zwischen 25 und 30
Annabelle, zwischen 20 und 25
Cordula, zwischen 20 und 25
Adrian, zwischen 45 und 50
Elias, zwischen 20 und 25
Ort
Eine Altbauwohnung
Zeit
Ein Wochenende
Dieses Werk ist eine Auftragsarbeit des Deutschen Theaters Göttingen.
«Mes yeux sont trop blessés; et la cour, et la ville,
Ne m'offrent rien qu'objets à m'échauffer la bile:
J'entre en un humeur noire, en un chagrin profond,
Quand je vois vivre entre eux, les hommes comme ils font;
Je ne trouve, partout, que lâche flatterie,
Qu'injustice, intérêt, trahison, fourberie;
Je n'y puis plus tenir, j'enrage, et mon dessein
Est de rompre en visière à tout le genre humain.»
Molière, «Le Misanthrope»
«Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.»
Ingeborg Bachmann
Freitag
Neunzehn Uhr
Agnes in einem Sitzsack aus den Achtzigern. Fanny, bester Laune, macht sich im Hintergrund ausgehfertig. In einer Ecke liegt Elias und liest.
Agnes Ich habe diese Paare satt. Diese Paare, die sich ständig an einen ranschmeißen, weil sie ihre Zweisamkeit nicht aushalten. Ich habe diese Singles satt. Diese Singles mit ihrem verlogenen Geschwätz von Freiheit. Ich hab ...
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Theater heute November 2017
Rubrik: Stückabdruck, Seite 99
von Rebekka Kricheldorf
Eine Idylle. Der See, Schilf, sandiges Ufer. Und Bierbänke, zerfledderte Lampions, ein umgeworfener Ledersessel. Der See ist immer noch einsam, still, idyllisch, aber es ist eine angeknackste Idylle, die Sebastian Hannak realistisch ins Mecklenburgische Staatstheater gebaut hat. Fürstenfelde, Uckermark, «einfach über den Acker», beschreibt Dorfschönheit Anna...
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Die Fabrikhalle, die Ausstattungsleiter Hugo Gretler auf die Bühne des Leipziger Schauspielhauses gesetzt hat, ist leer. Rechts ein Ausschank, hinten Türen zu den Herren- und Damen-Toiletten und in der Mitte eine rundumglaste Zeppelingondel bilden zusammen mit altem DDR-Mobiliar den Grund für ein Spiel der unendlichen Traurigkeit. Kasimir und Karoline, verkörpert...
