Warten auf die Wahrheit
Theater heute Constanze Becker, Sie spielen in Jürgen Goschs Inszenierung des «Onkel Wanja» am Deutschen Theater Berlin Jelena, die allen Männern den Kopf verdreht, aber verheiratet ist mit einem alten Mann. Sie, Ulrich Matthes, sind der fleißige, desillusionierte Onkel Wanja, der das Gut bewirtschaftet, von dessen Erträgen Jelena und ihr Professor leben. Und Sie, Jens Harzer, spielen den Arzt Astrow, der sich wie Wanja in Jelena verliebt. Die Inszenierung wurde zum Theatertreffen eingeladen, und wir möchten mit Ihnen ein Werkstattgespräch führen.
Über die Probenarbeit, die Arbeit mit Jürgen Gosch. Wir möchten uns dabei von außen nach innen tasten. Wie lange haben die Proben gedauert?
Ulrich Matthes Ganz normal: acht Wochen.
Jens Harzer Am Anfang waren nicht mehr als anderthalb Akte von Gosch und Angela Schanelec fertig übersetzt, 20, 25 Seiten. Die bekamen wir fünf Tage vor der Leseprobe. So kam der Text die ganze Zeit, scheibchenweise.
Matthes Es war wie immer bei Gosch: Einer normalen Leseprobe, die ja immer auch eine Konzeptionsprobe ist, hat er sich verweigert. Das macht er nicht. Er sitzt lächelnd da und sagt: «Über Konzeption hab ich ja weiter nichts zu reden, wir ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Die Inszenierung des Jahres, Seite 92
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille
Christian Winkler, 1981 in Graz geboren und in der Steiermark aufgewachsen, kennt das englischsprachige Theater ebenso wie das deutschsprachige und ist erst vor kurzem von seinem Londoner Regiestudium nach Österreich zurückgekehrt, um nun von dort aus als Regisseur und Autor Theater zu machen. Und in den letzten Monaten ist viel passiert: Winkler hat seine Texte in...
Martin Wuttke ist jetzt «Tatort»-Kommissar. Das ist keine Schande, aber doch ein klarer Schnitt. Er ist einer der auffälligsten und profiliertesten Schauspieler seiner Generation, hat über 400-mal Arturo Ui gespielt in Heiner Müllers hinterlassener Brecht-Inszenierung, war ein kurzes Jahr dessen Nachfolger als Intendant des Berliner Ensembles und gehörte dann über...
Das Haus der vielen Zungen» von Jonathan Garfinkel ist ein poetisches, groteskes und nicht zuletzt verstörendes Theaterstück über den Mittleren Osten. Es vereint emotionale und politische Elemente in hoher Dosierung mit einer unerschrockenen Chuzpe. Jonathan Garfinkel nimmt Stellung, aber nicht Partei für ein hoch brisantes Thema, und für ihn geht politisches...
