Der Sieger und seine Verfolger
Jens Harzer
Allein wie Jens Harzer am Thalia Theater den zu Tode zitierten Posa-Satz sagt von der Gedankenfreiheit, ist den ganzen «Don Carlos» wert – leicht, spielerisch, verführerisch, mit einer lässigen Handbewegung und seinem schiefen Lächeln, als sei das kein großes Ding.
Anke Dürr
Seinen Ruhm hat Jens Harzer sich erspielt als fantastischer Alien des deutschen Theaters, in der Rolle des Posa aber ist er brutal menschlich: als einzig Normaler unter Schwärmern, als geistesklarer und fast spießiger Vernünftling unter Liebes- und Macht-Wüterichen – ein Teufelskerl, der amüsant, klug, herzergreifend scheitert. Wolfgang Höbel
Jens Harzer spielt den Posa so filigran selbst-bewusst und intelligent und dabei
so brüchig zeitgenössisch, dass er einen mitreißt, hinreißt, zum Denken verführt – und in dieser Rolle tatsächlich einen neuen Blick auf die Welt eröffnet. Christine Dössel
Jens Harzer wippt sich als Posa elastisch in Gespräche, er biegt Körper und Sprache geschmeidig zurecht – nö? oder? – und belohnt den Hofstaat mit Gesten der Freundschaft, die er ins Demütigende kippen lässt: Als gefährlicher Charismatiker loggt er sich in ein verderbliches System ein. Roland Müller
Schillers ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Spieler des Jahres, Seite 78
von
Gar nicht so einfach, in der Vielfalt der Stile und Inszenierungen einen Schauspieler
des Jahres zu küren!
Selten war das Spektrum der Kritiker-Voten so groß wie in diesem Jahr. Deshalb gratulieren wir auf den folgenden Seiten nicht nur Jens Harzer, dem Schauspieler des Jahres, sondern auch den 29 anderen, die mindestens einen Kritiker überwältigt haben. Klare...
Das Schöne an den Neuen Stücke ist, dass jedes Jahr noch neuere nachwachsen. Da ist kein Ende in Sicht! Auch in diesem Jahr stellen Dramaturgen ihre neuen Lieblinge vor: neue Stücke von Peter Handke, Lukas Hammerstein, Paulus Hochgatterer, Elfriede Jelinek, Daniel Karasik, Daniel Kehlmann, Dennis Kelly, Oliver Kluck, Franz Xaver Kroetz, Tony Kushner, Dirk Laucke,...
Immer wieder wird an einen Intendanten, so jedenfalls meine Erfahrung, der Wunsch herangetragen, etwas zu produzieren, wo man «so richtig doof ablachen» kann. Man fragt sich: Wo kommt dieser Wunsch her? Die Menschen, die es sich wünschen, über etwas «richtig doof abzulachen», könnten sich diesen Wunsch ja leicht erfüllen, indem sie in den Spiegel gucken....
