Nicht nur um der Kunst willen
Seit über einem Jahr wird verhandelt, aber ein Urteil ist nicht in Sicht. Der Prozess schleppt sich zäh durch tagelange Verhöre mit Handlangern aus dem Dunstkreis des rechten Untergrunds, die sich an kaum etwas erinnern können oder wollen. Akribisch gründlich arbeitet das Münchner Oberlandesgericht, um wenigstens jetzt Licht in das verbrecherische Schattendasein des NSU zu bringen, nachdem die behördlichen Ermittlungen jahrelang komplett versagt hatten.
Vor allem geht es darum, Indizien zu finden für die Mitverantwortung der schweigenden Hauptangeklagten Beate Zschäpe an zehn kaltblütig aus rassistischen Motiven verübten Morden. Der Prozess an sich ist ein Schauspiel, bei dem der deutsche Rechtsstaat um seine Glaubwürdigkeit ringt. Nur keine Fehler machen. Was den Angehörigen der Opfer darüber hinaus angetan wurde, steht hier nicht zur Debatte, ja gerät schon fast wieder in Vergessenheit.
«Urteile» – so der Titel des von Christine Umpfenbach initiierten und am Münchner Residenztheater produzierten dokumentarischen Theaterprojekts – gab es allerdings sofort, unmittelbar nach dem ersten Mord und lange bevor sich das Täter-Trio durch Selbstmord und Flucht gleichsam selbst zu erkennen ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
Zwei Szenen aus dem Leben der Schauspielerin Maja Beckmann: Wir haben uns nach einer Vorstellung im Stuttgarter Schauspiel verabredet und laufen jetzt an der Oper vorbei durch die Fußgängerunterführung hinüber in den Stadtteil Uhlandshöhe. Im Neonlicht des Tunnels liegt ein Obdachloser, eingerollt in einen Schlafsack, quer im Weg. Als wir schon fast an ihm vorbei...
Zu Beginn der Performance «Frühlingsopfer» schieben sich die erwachsenen Mitglieder des Theaterkollektivs She She Pop – darunter einige, die selber Mütter sind – konfirmandenhaft an den rechten Bühnenrand. Johanna Freiburg erzählt, wie sie als Kind auf einem Fest «mit allen Mitteln» versucht hat, ihre Mutter am Tanzen zu hindern: «Im Nachhinein habe ich mich...
Der Duden meint, der Vorgang habe zur Folge, «dass jemand bis zur Unsichtbarkeit aufgelöst wird und an einen anderen (gewünschten) Ort gelangt, wo er wieder Gestalt annimmt». Aus der persönlichen Erfahrung kennt man das «Beamen» eher nicht, hat aber schon den Eindruck, es könnte ganz sinnvoll sein. Der Stress mit dem ICE zum Beispiel würde endlich der Vergangenheit...
