Burgunder fürs Parkett
Ein Mann wird verlassen, ein Kapitel geschlossen. Mobiliar, Wände, Boden sind weiß abgedeckt, ein früheres Leben verschwindet unter Laken wie eine Leiche. Zeit, sich neu zu erfinden. Gesichter flammen auf, die Laken sind jetzt Leinwände neuer Lebensgeschichten, «Entwürfe zu einem Ich», die Max Frisch 1964 variantenreich ausbreitet, um letztlich doch von der Unmöglichkeit einer schlüssigen Biografie zu erzählen.
Vor 50 Jahren ist «Mein Name sei Gantenbein» erschienen, das letzte Prosawerk, das der Autor als Roman durchgehen ließ.
Jetzt haben Regisseur (und Bühnenbildner) Dusan David Parizek und Dramaturg Roland Koberg eine Fassung fürs Schauspielhaus Zürich erstellt. Was an sich keine kleine Kühnheit ist, bedenkt man den szenischen Zickzackkurs, das Ausmaß der erzählerischen Selbstbeobachtung und, nicht zuletzt, die weihevolle wissenschaftliche Deutungsgeschichte des Werkes.
Parizek geht mit dem Text respektvoll um. Und gönnt seinem exzellenten Schauspieler-Quartett dennoch Freiheiten. Eingangs stellen sich die vier gegenseitig vor der Livecam vor. Svoboda entspricht so gar nicht dem Gemütstyp, als den ihn sich Frisch vorstellt. Siggi Schwientek, schon von Natur aus kein böhmischer ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Chronik: Zürich Schauspielhaus, Seite 61
von Stephan Reuter
Ab wann werden ein paar Ereignisse, die vielleicht zusammenhängen, zu einer Geschichte? Vielleicht sogar zu einer Lebensgeschichte? Ist ein Leben überhaupt eine Geschichte? Und wenn ja, wer schreibt sie? Das «Archiv des Unvollständigen» erzählt keine Geschichten, weil Archive nicht erzählen, sondern sammeln, wenn auch meistens unvollständig. Manchmal finden sich...
2./Sonntag
23.30, ARD: Auf der Suche Fernsehfilm (2011) Buch und Regie Jan Krüger, mit Corinna Harfouch u.a.
4./Dienstag
22.45, ARD: Erika Pluhar – Trotzdem. Mein Leben Film von Sigrid Faltin
9./Sonntag
11.05, 3sat: Robert Walser – ein Poetenleben Biel 1878 – Herisau 1956
Film (2003) von Ernst Buchmüller
11./Dienstag
20.15, 3sat: Ein halbes Leben Fernsehfilm (2008) von...
Das Original hieß noch «Meine Bienen. Eine Schneise». In Nürnberg fehlen nun seltsamerweise die Insekten im Titel, summen einem dafür aber, noch bevor die Vorstellung beginnt, aus Lautsprechern fast ein wenig bedrohlich um die Ohren. Ansonsten hat Stefan Otteni das Werk des Österreichers Händl Klaus gegenüber der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 2012...
