Kuscheln, teilen, Global Player werden
Bunte Farbkleckse vor der Hamburger Handelskammer signalisieren an diesem sonnigen Frühlingstag «Kultur». Für 220 Euro darf man durch das mit steinernem Stadtwappen, Füllhorn und Fruchtgebinden geschmückte Hauptportal treten und auf der Treppe zu Statuengott Merkur aufsteigen. Im repräsentativen Saal der ehemals Neuen Börse am Jungfernstieg findet das Abschluss-Podium der Fachmesse «Sponsoring-Summit 2010» statt.
Eben hat Amelie Deuflhard noch nebenan, im grünen T-Shirt unterm Kompromissjackett, den Kulturmanagern erklärt, «Wie Kampnagel eine Bühne für Sponsoren in Hamburg bereitet». «Was Sport und Kultur voneinander lernen können» findet das Podium jetzt aber trotz ihrer regen Beteiligung nicht heraus. Eher läuft das unterschiedliche «Kultur»-Verständnis sportlich aneinander vorbei. «Im Publikum waren sowieso nur Agenturen, die mir angeboten haben, für mich zu arbeiten», sagt die Kampnagel-Intendantin. Dann besteigt sie ihr silbernes Elektrofahrrad und summt an der schwarzen A6-Flotte des VIP-Shuttles vorbei.
Von der Selbstermächtigungsfraktion zur stadttheaterähnlichen Struktur
9:30 Uhr betrete ich durch die Lücken von Häuserfronten an der Jarrestraße den dahinter verborgenen ...
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Drama ist die Kunst des Konflikts», schreibt der Dramaturg und Regisseur Avishai Milstein in seinem Katalogtext zum Heidelberger Stückemarkt. Und der erste Konflikt entzündete sich schon am Anlass
dieses Textes. «Gastland: Israel» steht auf dem Katalog, was mehrfach so verstanden wurde, als präsentiere sich hier ein Land in toto samt seiner umstrittenen Politik....
Sie stehen alle mit dem Rücken zur Wand. Auch wenn die wegbricht, tut sich für die vom Leben gelangweilte und vom Tod verschmähte Gesellschaft keine Weite und Perspektive auf: Hinter der Wand kommt noch eine Wand, und man weiß, das geht so weiter, ohne Ausweg. Manchmal kleben die Figuren förmlich an dem nur oberflächlich noblen Bretterverhau, als ob auch morsches...
