Das Ersatztheater boomt
Jahr für Jahr finden auf deutschsprachigen Bühnen mehr Ur- und Erstaufführungen neuer dramatischer Werke statt, allerorten veranstalten selbst kleinere Stadttheater Festivals mit neuen Stücken. An manchen größeren Häusern hat sich das schöne Modell der Hausautorenschaft etabliert. Dennoch gibt es in Autoren- und Verlegerkreisen größere Unzufriedenheiten mit der Entwicklung im Bereich «Neue Dramatik». In Berlin etwa formierte sich gerade eine Initiative namhafter TheaterautorInnen. Ihr Anliegen ist es, auf die prekäre Situation von Theaterautoren aufmerksam zu machen.
Sie beklagen beispielsweise zu geringe Tantiemen und mangelndes Nachspielen ihrer Stücke und fordern eine Klassikerabgabe, die zeitgenössischen Autoren zugute kommen soll. Wird hier «auf hohem Niveau gejammert», oder gibt es nachvollziehbare Gründe für dieses vorsichtige Aufbegehren der Autoren?
Stagnation: Mehr Uraufführungen – weniger Vorstellungen
«Erfreulich ist der Zuwachs an Ur- und Erstaufführungen auch im vergangenen Jahr» – so und ähnlich verkündet der Deutsche Bühnenverein seit Beginn der 90er Jahre jährlich die Entdeckungsfreude deutschsprachiger Theater, wie er sie auch in seiner Werkstatistik «Wer ...
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Ich muss Frank Kroll Recht geben – mit einer Ausnahme: der waghalsigen «These», Autoren subventionierten Theater. Ein Stückauftrag wird üblicherweise mit ca. 7.500 Euro plus Tantiemen bei garantierter Vorstellungszahl entlohnt; ich überlasse jedem nachzurechnen, wie lange sie oder er bei welcher Wochenstundenzahl dafür arbeiten muss.
Ansonsten hat er Recht: Die...
Über eine Theateraufführung kann nur schreiben, wer mit eigenen Sinnen und Verstand gegenwärtig war. So dachte man bisher, und so formuliert die Theaterwissenschaft und Theaterkritik ihr leidiges Problem, ein flüchtiges Ereignis analysieren und konservieren zu wollen. Schon der Versuch eines Kritikers oder wissenschaftlichen Beobachters, während der Aufführung...
Jener viel zitierte Sumpf am Gebirge hat im Lausitzer Flachland keinen Widerpart. Dafür blubbert der Schlamm unter den Füßen der Premierengäste, die – befördert in fünf Bussen und von Theaterleuten liebevoll umsorgt – mit Faust und Mephisto aufbrachen, die kleine und die große Welt zu erkunden.
«Theater des Jahres» wurde die Neue Bühne Senftenberg 2005. Nicht erst...
