Bis zum Hals im Dispo

Der 54. Hörspielpreis der Kriegsblinden

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Ein Leben in Kontoauszügen? Barabhebung an Geldautomaten zeigen das Cash-Level, die Höhe der Telekom-Rechnungen lässt auf gewerbliche Nutzung des Hausanschlusses schließen, Zeitschriften-Abos verweisen auf den beruflichen oder gesellschaftlichen Horizont, der eher bescheidene Beitrag bei der Künstlersozialkasse muss dem nicht entsprechen – auf der anderen Seite stehen lausige Einnahmen durch kleine Übersetzungsarbeiten.

Dann wieder Akkreditierungen auf Filmfestivals, stolze Ersteigerungen bei Ebay (ein Mantel, der endlich mal was hermacht) und schließlich die Quartalsabrechnung: Dass der Mann, der eigentlich pleite ist, doch noch irgendwie weiter machen kann, verdankt er seinem sehr hohen Dispo-Kredit (wahrscheinlich aus besseren Zeiten mit Festanstellung) und den sehr hohen Zinsen, die seine Bank für diesen Service nimmt. Freundlich gewährt sie ihm ein Darlehen für den endlich überzogenen Dispo – wobei die Bank vor allem sich selbst hilft.

Dass sich allein mit Kontoauszügen etwas über die heutige Zeit erzählen lässt, war die zündende Idee für Stefan Weigls Hörspiel «Stripped – Ein Leben in Kontoauszügen» (WDR). Der größeren Authentizität halber verwendete er gleich seine eigenen ...

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Theater heute April 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 74
von Thomas Irmer

Vergriffen
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