Danke für das neue Denken
Wer Hans Christian Andersens anlässlich seines 200. Geburtsjahres gedenkt, dem fallen zwar Streichholzmädchen, Seejungfrauen und Schneeköniginnen ein, aber keine einzige Dramenfigur. So bekannt der dänische Dichter als Märchenerzähler ist, so wenig weiß man über ihn als Theaterautor, der die Bühne glücklos liebte und insgesamt immerhin rund 40 Schauspiele und Libretti verfasste, von denen nur wenige je aufgeführt wurden.
«Der Mulatte» ist Andersens erfolgreichstes Bühnenwerk.
1940 wird «das romantische Drama in fünf Akten» im Königlichen Theater in Kopenhagen uraufgeführt, danach notiert der Dichterdramatiker sichtlich erleichtert: «Ja, war das ein Jubel!» Daniel Karasek hat das Stück nun wieder ausgegraben, es dem Literaturprofessor Heinrich Detering zur Blankvers-Übersetzung anvertraut und den Text dann selbst zur deutschen Erstaufführung gebracht.
Auf der Kieler Studiobühne also streifen Eleonore (Andrea Schöning) und ihr Mündel Cecilie (Vera Weisbrod) über das Martinique des 19. Jahrhunderts. Ina Reuter (Ausstattung) hat dafür ein aufwändiges, exotisches Pappdekor aus Blumenbunt und Dschungelgrün entworfen. Rund um das Geschehen rankt und wächst, aus Lautsprecherboxen ...
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