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Franz Wille Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich drei erfahrene Festivalmacher ein neues Format ausdenken wie jetzt «Foreign Affairs» bei den Berliner Festspielen. Es ist eine der ambitioniertesten Festivalgründungen derzeit, in diesem Jahr kuratiert von Frie Leysen, ab dem nächsten übernimmt dann Matthias von Hartz. Deshalb wollen wir ein bisschen grundsätzlicher übers Festivalmachen nachdenken.
Aber zunächst, Thomas Oberender, was war denn der ursprüngliche Impuls, aus der bisherigen Gastspielreihe der Berliner Festspiele etwas ganz anderes zu machen?
Thomas Oberender Ein Festival ist attraktiv, weil es eine bestimmte Form von Konzentration fördert: thematisch, zeitlich. Es verspricht einerseits eine grobe Übersicht, andererseits verführt es zum Abschweifen – um zentrale Ereignisse gruppieren sich viele kleinere, auch räumlich dezentralisiert. So befördert die eine Produktion oft die Wahrnehmung anderer, die sonst kaum besucht würden – man kann also mutiger kuratieren. Bei Festivals folgt das Publikum einer klaren Einladung, das macht es einfacher und ist etwas, das sich ein Haus erst erarbeiten muss. Auch für die Künstler sind sie attraktiv, denn sie werden hier viel ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Das Gespräch, Seite 26
von Franz Wille
Aachen, Grenzlandtheater
28. Ibsen-Bille, Ohne Gesicht
R. Jens Pesel
Aalen, Theater der Stadt
6. Süskind, Der Kontrabass
R. Jürgen Bosse
Altenburg/Gera, TPT
12. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Bernhard Stengele (in Gera)
18. Reza, Kunst
R. Anne Keßler (in Altenburg)
27. Tabori, Mein Kampf
R. Deborah Epstein (in Gera)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
14. Schiller, Die...
Wir müssen das alles leider leider leider neu erfinden», beendet Fabian Hinrichs mit achselzuckendem Bedauern seinen Endlosmonolog. In virtuoser Langatmigkeit hatte der Schauspieler die große Schöpfungsgeschichte des zivilisatorischen Fortschritts ausgebreitet. Dabei sind die «100 wichtigsten Erfindungen der Menschheit» zu einer Nummernfolge zusammenhangloser...
Man muss sich Ödipus als einen geduldigen Mann vorstellen. In seinem langen Leben musste er schon manche Überraschung verkraften, und auch danach war ihm wenig Ruhe vergönnt. Sigmund Freud hat auf seinen mythologischen Schultern eine Schule errichtet, mit der er die Pathologien der Moderne erklären wollte, und für die Hinterfragungslust der Ideologiekritik gilt der...
