Zufriedenheit im Mittelmaß
Gründe, kritisch zu sein, gibt es genug», schreibt Friedrich Schirmer im Vorwort zum neuen Spielplanheft des Deutschen Schauspielhauses. Zwar meint er damit mehr die Verhältnisse in der Welt, aber zu den Verhältnissen in seinem Theater gibt es ja auch einiges zu sagen. Inszenierungen, Schauspielerleistungen, Intendantenscherze, Spielplanentscheidungen, Zuschauerzahlen, Service, Ausstrahlung oder die Streitbarkeit der Dramaturgie liefern den Stoff, um der Bitte Schirmers bei seinem Antritt 2005, erst nach drei Jahren ein vorläufiges Resümee zu ziehen, nachzukommen.
Diese von allen Intendanten gerne geforderte Karenzzeit ist zwar eigentlich ein verbaler Disziplinierungsversuch, um zu harsche Kritik an ersten Fehlentscheidungen zu mäßigen. Aber nun, da drei Jahre um sind – in denen die Kritik dann doch lieber das gemacht hat, wofür sie da ist, nämlich zu kritisieren –, lässt sich auch Schirmers Wunsch nach einer Zwischenbilanz erfüllen.
Zur Konsolidierung bestellt
Zunächst sei daran erinnert, wozu er bestellt wurde. Nach vier verkorksten Jahren unter Tom Stromberg, in denen laue Experimente, gedankenleeres Bildertheater und Regisseure, die woanders bessere Inszenierungen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
"Alles trocken." Die junge Kollegin kann nicht mehr weinen, seit sie den perfekten Moment erlebt hat, in dem sie beim Spielen selbst glaubte, sich und alle Zuschauer in ein anderes Sein befördert zu haben. Noch wundert sie sich, dass dieser Moment nicht wieder herstellbar ist – wie der Dornenauszieher in Kleists «Marionettentheater». Marcelline wundert sich schon...
Allen Unkenrufen zum Trotz hängen keine Kokainpäckchen an den Zweigen des Waldes von Birnam, als der sich – Jürgen Gosch hat es in ein ebenso einfaches wie sinnfälliges Bild gefasst – auf das Schloss des finsteren Macbeth zubewegt. Was nicht heißt, dass Kolumbien das Drogen- und das Gewaltproblem bereits unter Kontrolle hätte, aber sagen wir es so: Man arbeitet...
2007 war das Jahr der Patrycia Ziolkowska: Auftritt in Luk Percevals «Molière»-Passion bei den Salzburger Festspielen, Eröffnungspremiere am Schauspiel Köln mit einer fulminanten Kriemhild-Kür, für die sie zusammen mit Kollegin Maja Schöne (als Brunhild) vor kurzem den Preis des neu ausgerichteten NRW-Theatertreffens erhielt, und der europäische Filmerfolg von...
