Staffellauf auf Mooslandschaft
Ein Wesen von zarterer, frommerer und lieberer Art müsst ihr euch nicht denken, und kämt ihr auf Flügeln der Einbildung, zu den lieben kleinen Engeln» – gemeint ist hier in naturgemäß realitätsferner väterlicher Wahrnehmung die eigene Tochter, das Käthchen, eine kleine, mollige Göre, die grimassierend des Vaters Ausführungen kommentiert.
Vater Theobald Friedeborn, bei Christoph Finger ein hektischer Magengeschwürtyp, wendet sich in seiner Verzweiflung nicht mehr an ein Femegericht (wie bei Kleist), sondern an das Publikum, die bürgerliche Mitte, auf deren Verständnis er rechnen kann, schließlich geht es um das besorgt verklärte Beäugen des zumeist einzigen Kindes: Da hatte man schon einen Schwiegersohn für das Mädchen ins Auge gefasst (bei dessen Nennung des Mädchens Zeigefinger tief in ihrem Mund verschwindet), und da läuft sie diesem Graf vom Strahl hinterher, der doch gar nichts von ihr wissen will! Keine Frage, ein typischer Fall elterlicher Überbehütung – das Glas Milch für die Kleine folgt auf dem Fuße.
Dieser doppelbödige Aufgalopp könnte eine Ahnung dessen geben, warum David Bösch sich zum Spielzeitauftakt in Essen das «Käthchen von Heilbronn» vorgenommen hat. Wer jedoch auf ...
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War da was? Oder besser: Was war da? Denn eigentlich hat ja niemand die «Copa da Cultura» übersehen können, diesen Marathon der Künste, den Brasilien, das Aufsteiger-Land mit den maßlos überschätzten WM-Favoriten, dem Gastgeberland des Kicker-Gipfels beschert hatte, pünktlich zu Beginn mit dem feinen kleinen Festival «Brasil em Cena» auf den Berliner HAU-Bühnen,...
Den Skandal gab es schon vor der Premiere. Das Dortmunder Theater warb für Thirza Brunckens «Faust»-Inszenierung mit einem Plakat, auf dem das Foto eines Mannes mit blutig geschlagenem Gesicht zu sehen war. Offensichtlich hatte ihn jemand mit Faustschlägen traktiert. Darüber prangte, wie über allen Dortmunder Theaterplakaten, der Spruch: «Willkommen in Dortmund».
So...
Links oben am Portal findet sich ein schönes Beispiel für Kontinuität. Ein Logo, das in seiner auffälligen Unauffälligkeit mehr für Österreich steht als Stephansdom und Mozartkugel zusammen: Die weiße Zigarette mit rotem Kreis hängt seit vielen Jahrzehnten im zeitlos neusachlichen Design an jeder der mehreren tausend übers Land verteilten Tabak-Trafiken. Das...
