Raus aus dem Kinderzimmer!
Wellmade Plays hat die 24-jährige Gerhild Steinbuch aus Mödling bei Wien nie geschrieben; knackige Dialoge oder spannende Situationen sind nicht ihr Ding. Ihre Figuren sind so fragil gezeichnet, dass sie kaum zu fassen sind; ihre Sprache ist so verknappt, dass man den Subtext schon sehr genau mitlesen muss. Das macht einerseits die Faszination aus, die von diesen Texten ausgeht. Andererseits muss Steinbuch aufpassen, dass ihre Stücke nicht zu versponnen werden.
Noch nie war sie so hermetisch wie heute: Nach der Lektüre ihres vierten Stücks «Verschwinden oder Die Nacht wird abgeschafft» weiß man nicht recht, worum es da überhaupt geht. Und auf die Idee, das Stück könnte mit «Antigone» zu tun haben, wäre man ohne entsprechende Hinweise der Autorin wohl auch nicht gekommen.
Die Uraufführung fand als Koproduktion des Steirischen Herbstes mit dem Grazer Schauspielhaus auf der Studiobühne der Oper statt. Die Arenabühne (Petra Winterer) stellt ein Stück Straße dar; weil die meisten Szenen indoors handeln, sind die Schauspieler dazu angehalten, auch die Räume mitzuspielen – selten hat man eine Inszenierung gesehen, in der so viele imaginäre Türen pantomimisch auf und zu gemacht werden. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein wenig ist das wie Wrestling, wie Schattenboxen da vorne auf der breiten Bühne des Velodroms; und dann kommen auch noch Ausdruckstanz-Verrenkungen dazu, wie man sie aus der Raumschiff-Orion-Disco kennt: So versucht Regisseurin Petra Wüllenweber in ihrer «Penthesilea»-Inszenierung am Regensburger Theater mit ein paar Schauspielern ein großes Schlachtengetümmel...
Ich muss Frank Kroll Recht geben – mit einer Ausnahme: der waghalsigen «These», Autoren subventionierten Theater. Ein Stückauftrag wird üblicherweise mit ca. 7.500 Euro plus Tantiemen bei garantierter Vorstellungszahl entlohnt; ich überlasse jedem nachzurechnen, wie lange sie oder er bei welcher Wochenstundenzahl dafür arbeiten muss.
Ansonsten hat er Recht: Die...
Am Ende können sie froh sein, wenn sie als Toastbrot über die Bühne stolpern dürfen: Die sechs Schauspieler in Roland Schimmelpfennigs «Reich der Tiere» haben wenig erhebende Berufsperspektiven. Eben noch gequälte Routiniers in einem musicalartigen Disneyverschnitt à la «König der Löwen», und nach sechs Jahren anonymer Dienstleistungsdarstellerei, versteckt unter...
