Bella, ciao
Franca Rames letzter Blogeintrag (http://www.ilfattoquotidiano.it/blog/frame/) datiert vom 31. Januar 2013. Da geht es um Kindheit und Tod, um den Sohn Jacopo und das Geburtstagsfest, das sie am 18. Juli feiern wird, wenn sie die 84 erreicht. Vor allem aber ist es ein herzergreifender Liebesbrief an ihren Mann Dario Fo, «mein Ein und Alles». Sechzig Jahre waren die beiden verheiratet, unzertrennlich, dennoch: eine Ehe mit Höhen und Tiefen. 1986 hatte es Dario mit der «offenen Zweier–beziehung» ein bisschen zu weit getrieben.
Franca Rame verkündete im Fernsehen, sie habe genug, sie wolle sich scheiden lassen. Die Ankündigung blieb (zum Glück) folgenlos. Keine Pressekonferenz Dario Fos verging ohne den obligatorischen Anruf von Franca. Ein Ritual: Das Handy klingelt. Dario, der auf das Display guckt, sagt: «Ah, das ist Franca!», um dann ungeniert coram publico mit ihr die Tagesgeschäfte zu besprechen. Tempi passati. Leider.
Viele Jahre stand Franca Rame im Schatten ihres weltberühmten Ehemannes und gab sich ganz traditionell mit der Rolle der Prima Donna (auf der Bühne), Muse (hinter den Kulissen) und Co-Autorin von Darios Erfolgsstücken zufrieden. Dabei war sie es, die mit ihrem ...
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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Magazin: Nachruf, Seite 71
von Sabine Heymann
Herberts Bratwurst ist die billigste, denn sie ist eigentlich nicht mehr genießbar. Damit das nicht auffällt, hat sie Herbert einer «Spezialbehandlung» unterzogen. Die «gute lauge», in die er sie legt und die schon «seine oma genutzt hat nach dem krieg», ist mit Arsen und Rattengift versetzt. Das Siegerstück der Essener Autorentage 2012 ist das Stück zur Stunde des...
Zwei Performer an einem Tisch. Sie machen uns nichts vor. Ihre Rolle auf der Bühne beschränkt sich auf die von Technikern: Sie befestigen an quer durch den Raum verlaufenden Schnüren Tafeln, auf denen in fotorealistischem Stil gehaltene Bildausschnitte zu sehen sind, die sich ganz allmählich zu einem Vorhang zusammenfügen, zu einem Mosaik aus Momentaufnahmen. Die...
Vor knapp einem halben Jahrhundert wurde, so heißt es, unter Kurt Hübner in Bremen das Regietheater erfunden: Unter anderem 1966, mit Peter Zadeks Skandalinszenierung «Die Räuber», die Schillers Debüt nicht stürmend und drängend als Leidenschafts–überschuss deutete, sondern als bis ins Letzte ausgeleuchtete Bigger-than-life-Kolportage, für die Wilfried Minks ein...
