Das erste Mal
Theater heute Liebe Karin Beier, lieber Joachim Lux, lieber Oliver Reese: Sie leiten demnächst oder sehr bald zum ersten Mal selbst ein Theater – und zwar keine kleinen Bühnen in der Provinz, sondern alles erste Häuser. Gratulation! Wenn man so einsteigt, muss man sich überlegen: Wo steht das Theater in der Stadt und in der Gesellschaft – und wo will man selbst damit hin?
Oliver Reese Die Frage, wo ein Theater in der Stadt steht, heißt auch, es zu bewerten. Das will ich nicht.
Ganz konkret reden kann man aber über einen nur scheinbar banalen, sehr aussagekräftigen Faktor: Im Schauspiel Frankfurt gibt es zurzeit etwa 100.000 verkaufte Karten im Jahr – und das ist meines Erachtens zu wenig. Ich will schlicht mehr Frankfurter im Theater haben – um die geht es mir, auch wenn ich vor Ort noch ganz fremd bin. Und ich bin ziemlich sicher, dass wir mit dem Theater, das uns selber überzeugt – weil wir ja am besten mit dem eigenen Kopf denken – diese großen Häuser wieder voll kriegen und zugleich aufregende und anspruchsvolle Dinge tun. Jenseits der berüchtigten durchschnittlichen Platzauslastung der bundesdeutschen Theater, mit der gern argumentiert wird. Sonst macht’s doch keinen Spaß!
Ka ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Mit Anlauf in die erste Liga, Seite 90
von Franz Wille, Eva Behrendt
Das Thalia ist ein sehr einfaches Theater. Es fällt schwer, es als außergewöhnlich zu beschreiben. Weil es das nicht ist. Es macht das, was ein Stadttheater machen sollte.
Es definiert sich über ein starkes Ensemble, welches es natürlich über Jahre entwickelt. Natürlich werden zentrale Rollen nie von außen besetzt. Natürlich werden junge Schauspieler über lange Zeit...
Die Russen sind endgültig im Westen angekommen. Moskau ist kapitalistischer, dynamischer und luxuriöser als jede deutsche Stadt. Auch die Provinz ändert sich, langsamer zwar, aber unaufhaltsam. Der vom Westen eingeklagte Mangel an Demokratie ist nicht das, was die meisten Russen bewegt. Längst ist auch der Normalbürger an das globale Geflecht der Waren- und...
Begeisterung ist ihm nicht gerade fremd. Ende Feburar in Zürich, zwei Wochen vor der «Hamlet»-Premiere, schwärmt Joachim Meyerhoff von der Künstlerwohnung im schicken Schiffbau. «Echt toll, dieser moderne Beton verschafft mir eine Erholung vom barocken Wien.» In Berlin, während des Theatertreffens im Mai, richtet sich die Begeisterung auf die Begeisterung des...
