Ende der Entfremdung
Die Mobiltelefonie hat nicht nur Orthopäden in Gestalt überbeinartiger Daumenauswüchse, Folge exzessiven Gebrauchs des Fingers beim Eintippen von Telefonnummern und beim Verfassen von SMS, ein neues Betätigungsfeld eröffnet. Sie hat auch die Soziologen auf den Plan gerufen, die sich der «Daumenkultur» unter kommunikationstheoretischen Aspekten annehmen.
Ein gleichnamiger Reader war das letzte Werk des 2005 verstorbenen Peter Glotz, und da das Forschungsvorhaben von T-Mobile gesponsert wurde, war es vielleicht nicht allzu erstaunlich, dass die darin versammelten Wissenschaftler der Landplage ständiger Erreichbarkeit höchst freundliche Seiten abzugewinnen wussten. Gipfelnd in einem euphorischen Exkurs des ungarischen Philosophen Kristof Nyri unter dem Titel «Das Mobiltelefon als Rückkehr zu nichtentfremdeter Kommunikation».
Das mag den Laien wundern: Unbestreitbar ist die Kommunikation übers Handy ja eine körperlose, und in gewisser Weise sogar eine ortlose. Wo sich der Gesprächspartner befindet, ist dem Anrufenden im Mobilnetz unklar («Wo steckst du gerade?»). Nichts begünstigt den Seitensprung mehr. Nyri dagegen beglückt die Spontaneität des Gesprächs, die das Handy ermöglicht, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Uraufführung zu verschenken!
Ende des Jahres drängen sich wieder die Einsendeschlüsse der Stückemärkte, Förderpreise und Autorenpfleger. Dramatiker brauchen jetzt einen guten Kopierer. Für den Stückemarkt 2007 des Berliner Theatertreffens sind wieder Dramatiker(innen) aus ganz Europa eingeladen, ihre neuen, noch nicht aufgeführten Texte einzusenden an: Berliner...
Treffpunkt Münchner Hauptbahnhof, 16 Uhr am Haupteingang. Stattfinden soll hier in Kürze das Happening «Hello/ Goodbye» von Allan Kaprow aus dem Jahr 1978, reanimiert von Studenten der Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität als posthume Geisterbeschwörung beziehungsweise, wie man das heute nennt, als «Re-enactment» – eine Technik die sich als...
Mit drei Textbänden, einem umfangreichen Kommentar sowie einem Registerband haben jetzt der Literaturwissenschaftler Gunther Nickel und der Dramaturg Alexander Weigel die Schriften eines Theaterkritikers wieder zugänglich gemacht, für den außer wachem kritischen Bewusstsein das passionierte Interesse an dramatischer Weltliteratur und ihrer Darstellung auf der Bühne...
