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Nach Lars-Ole Walburgs Düsseldorfer «Orestie» lässt sich noch besser nachvollziehen, warum Michael Thalheimer in seiner Berliner Inszenierung 2006 den dritten Teil, «Die Eumeniden», gestrichen hat. Die Wucht der Tragödie, auf die es hier ankommt, ist mit einer unentschieden endenden Abstimmung, mit dem Schlichterspruch einer gütigen Pallas Athene, also mit Friede...
Es ist dieser Aufkleber an der Tür zu dem kleinen, abseits und verwunschen im Grünen am plätschernden Landwehrkanal gelegenen Theater in Eisleben, der einem klar macht, dass mit dieser Idylle irgendwas nicht stimmt. «Aktion Noteingang – Wir bieten Schutz und Information bei rassistischen und fremdenfeindlichen Übergriffen» steht da, und dann tritt man ins Foyer...
Mutterliebe ist ein Konstrukt», konstatierte im «Spiegel» schnöde Elisabeth Bronfen, Expertin für Gender-Fragen – ein Kommentar von vielen, in der Regel erheblich rührseligeren zum Thema Kindsmord, das nicht nur die Vermischten Seiten zur Adventszeit füllte. Acht tote Kinder in Darry und Plauen, von den eigenen Müttern getötet, im Wahn, aus sozialer Verwahrlosung,...
