Die Doku-Frage
Auch im Hörspiel sind neue Formen von Dokumentarstücken auf dem Vormarsch. Sie bedienen sich echter und nachgestellter O-Töne, spielen mit dem dokumentarischen Material in Formen des Rundfunk-Features und der Reportage, scheuen aber auch nicht vor dem Ausfüllen von Leerstellen einer wahren Geschichte mit spannend gemachten Kolportage-Elementen zurück, die im Grenzbereich zur Fiktion balancieren. Vor allem aber dient das Authentische dem Künstlerischen der Gattung Hörspiel: Autor und Regisseur sind eher erfindungsreiche Gestalter ihres Materials als Diener der vorgefundenen Wirklichkeit.
Text, nicht Rollen
Rund ein Drittel der insgesamt 22 Einreichungen und Vorschläge der ARD-Rundfunkstationen (sowie, erstmals dabei, des ORF und des Schweizer Radio DRS 2) lässt sich dieser Richtung zuordnen und zeigt zugleich deren Spannweite. So basiert «Exit» von Michael Lentz auf Tonbandinterviews mit Konrad Kellen, dem Privatsekretär Thomas Manns im kalifornischen Exil, den Lentz anlässlich der Herausgabe von Kellens Autobiographie besucht und befragt hat. Das Hörstück gibt nicht nur diese Gespräche wieder, sondern Lentz reagiert im Studio als Herausgeber dieser Aufnahmen mit Kommentaren und ...
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Am Ende sind fast alle tot. Auf der Bühne steht ein Tischlermeister, der die Welt nicht mehr versteht und sich weiterhin «sinnend» in seine kleinbürgerlichen Moralvorstellungen verschraubt. Der Mann kapiert nicht, dass statt Sinnieren gelegentliches Denken durchaus angebracht wäre. Hätte er mal nachgedacht, wäre seine Familie vielleicht nicht zerbrochen und die...
Mit wenig mehr als 170 Zentimetern hätte er ja eher die Statur für einen Sancho Pansa. Aber er spielt immer wieder die Don Quijotes. Vorangetriebene, die auf den Wellen eines unbeirrbarren Wollens surfen wollen und dann doch nur von ihnen mitgerissen werden. Die entweder das ganze Stück über vergeblich auf ein Ziel zurennen – wie sein Shylock, der so gern wie all...
Die eine wettert gegen «die Schwuchteln», «Scheißisrael» und «bürgerliche Pornoschlampen». Der nächsten sind «die toleranten Arschlecker» ein «Gräuel». Auch die Dritte hat «knallharte Ansichten: Es lebe der Gottesstaat! Es lebe der islamische Kampf im Irak und in Palästina! Amerika ist der Große Teufel!». Die zum Islam konvertierte Deutsche hält nichts von...
