München: Im Nebelregen

Schiller «Maria Stuart»

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Vielinszenierer im besten Alter packt ab und an die Sehnsucht, mal alles ganz anders zu machen. So hat Stephan Kimmig seit einiger Zeit den Tanz als Ausdrucksform für seine Schauspielinszenierungen entdeckt, und umgekehrt rückte nun der notorische Körperspieler und Slapstick-Liebhaber Andreas Kriegenburg die gebundene Sprache ins Zentrum seiner neuesten Arbeit an den Münchner Kammerspielen.

«Wir haben uns für die Mühe und Fleißarbeit entschieden, den Vers als Form zu akzeptieren», heißt es im Programmheft.

Das klingt fast wie eine Drohung – oder Verheißung, jedenfalls für die­jenigen, die sich gern über angeblich textverhunzende Regiestars aufregen. Zumindest gehört Mut zu so einem Statement, und es lässt aufhorchen, wenn einer wie Kriegenburg, dem man sicherlich keine obskure Werktreue-Affinität nachsagen kann, es seiner Auseinandersetzung mit Schillers «Maria Stuart» voranstellt. Herausgekommen ist dabei ein Abend, dem, mal abgesehen vom weitgehend makellos perlenden Blankvers, doch auch insgesamt ein gewisses ästhetisches Rollback anhaftet, was allerdings nicht so sehr mit der Sprache als mit der Spiel- und Bildebene zu tun hat.

Denn die haben der Bühnenbildner Kriegenburg und ...

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Theater heute März 2015
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Silvia Stammen

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