Achtung, Rollatoren-Rowdys!
Wo Löhle drauf steht, kann auch Loriot drin sein. Im neuen Stück des hochproduktiven Wahl-Berliners geht ein frischgebackener Rentner seiner Gattin mit seiner neuen Dauerpräsenz gehörig auf die Nerven, was zu folgendem Dialog führt: «Was machst du da?» «Ich? Nix. Wieso?» «Ist dir langweilig?» «Wie kommst du darauf?» «Schau dir mal zu.» «Ich lümmle.» «Du lümmelst.» «Ja.» «Also ist dir doch langweilig.» Wer da nicht sofort Evelyn Hamann selig und Vicco von Bülow vor Augen hat, muss «Pappa ante portas» verpasst haben.
Beziehungsweise zu der Minderheit gehören, die weder Rentner ist noch verrentete Eltern hat. Denn Filmklassiker hin, Klischee her – solche Dialoge existieren nun mal, und schon deshalb kann man sie kaum anders schreiben als Loriot. Zumal, wenn man wie Löhle von deprimierenden Sozialstudien so weit entfernt ist wie Herbert Grönemeyer von Death Metal und dann auch noch ein Auftragswerk für das Theater Baden-Baden schreibt. In der Kurstadt an der Oos ist Löhle aufgewachsen, am dortigen Theater hat er nach dem Studium zwei Jahre als Regieassistent gearbeitet. Sein Angebot einer klaren Geschichte mit hohem Unterhaltungs- und Wiedererkennungsfaktor wird von der Inszenierung von ...
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Peter Kastenmüller Da ist so ’ne Rubrik in «Theater heute» ... wenn man Prügel bekommen hat, melden die sich und sagen, hätten Sie mal Lust …
Ulrich Peltzer Du sollst was zu der Inszenierung von «Schwarz Gold Rot» sagen?
KastenmüllerMach ich natürlich nicht, aber ich hab gedacht, ich ruf mal an und red mit dir über Kritik.
Peltzer Klar.
Kastenmüller Liest du Kritiken?
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Es gibt Menschen, die sagen zu ihrer Frau «Mutti». Und es gibt Menschen, die müssen zu ihrer Frau nicht mal «Mutti» sagen, es stimmt auch so. Solche Menschen hat das Leben so nah zusammengeführt, dass ihnen vor nichts mehr graust. Schon gar nicht vor ihren Liebsten.
Gretschke und Mechthild beispielsweise, die sich gerne in Niederlausitzer Mundart unterhalten, ein...
Eine Löwin, eine «niederbayerische Löwin», «Nachbarin Courage» und, natürlich, «Mutter Courage des Volkstheaters» wurde sie, schon in den Überschriften der Nachrufe, tituliert. «Die Mama ist tot», war zu hören, und man rief Zeitzeugen ins Gedächtnis: Bei Brecht habe sie im Berliner Ensemble gearbeitet und bei Peter Stein in der Berliner Schaubühne, zusammen mit...
