Lasset uns beten
Am Schluss steht Galilei mit geröteten Augen, geschlagen, apathisch. Für die große Selbstanklage, die Brecht dem Sternenforscher, der vor der Inquisition einknickte, in der letzten Fassung des «Leben des Galilei» beigelegt hat, reicht es nicht mehr. Stattdessen schöpft Galilei sein persönliches Bekenntnis aus jener Szene, in der er den kleinen Mönch zur Astronomie bekehrte: «Und das Schlimmste: Was ich weiß, muss ich weitersagen. Wie ein Liebender, wie ein Betrunkener, wie ein Verräter.» Worte eines Getriebenen, der die Droge Wissenschaft in hoher Dosis kostete.
Doch ach, Worte nur. Den Rausch, von dem sie künden, müssen wir an diesem Abend irgendwie verpasst haben.
Vor gut drei Jahren hat Armin Petras mit Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» – ebenfalls in Dresden und in Koproduktion mit dem Berliner Maxim Gorki Theater – gezeigt, wie man durch einen konsequent persönlichen Zugriff auch mit Schulklassikern allen Gefahren der
Didaktisierung entgeht. Dürrenmatts Geld-für-Mord-Parabel verwandelte er in einen komplexen Kommentar auf ostdeutsche Biografien im Dunstkreis der Staatssicherheit.
Mit dem von den Rechteinhabern notorisch sakrosankt gehaltenen Brecht war eine vergleichbar ...
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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Christian Rakow
Weiß, oval, eng und weit. Es ist ein Raum irgendwo zwischen White Cube und Gladiatorenarena, den sich Sebastian Hartmann zum Ende seiner Intendanz für seine Leipziger Festspiele ins Centraltheater gestellt hat. Ein Totaltheater, dem nicht nur die Stühle des Zuschauerraums, sondern auch der Deckenleuchter einem riesigen Scheinwerfer weichen musste. Bis zu 200...
Aachen, Grenzlandtheater
28. Hübner, Nachtgeschichte
R. Catharina Fillers
Aachen, Theater
17. Ibsen, Hedda Gabler
R. Ludger Engels
Aalen, Theater der Stadt
11. Goethe, Faust
R. Katharina Kreuzhage & Nikolaos Boitsos
12. Funke, Die wilden Hühner geben Fuchsalarm
R. Petra Jenni
Altenburg/Gera, TPT
25. Fransz, Medea (DE)
R. Jürg Schlachter (in Gera)
Baden-Baden, Theater
17....
Eher selten findet man heute diese Art dazustehen. Es gibt sie auch nur bei Frauen. Die Füße sind weit voneinander entfernt, die Beine steigen parallel vom Boden auf – obwohl sie doch schräg zusammenlaufen müssten, um in der Hüfte gemeinsam anzukommen. Es ist ein anatomisches Wunder. Walt Disney hat Minnie Mouse eine Weile so gezeichnet.
Wenn Frauen so dastehen,...
