Moralische Spitzfindigkeiten
Wie steht es zur Zeit mit der Freiheit im Theater? Was überhaupt ist Freiheit im Theater? Und wo ist sie, wenn sie da ist? Bevor wir lange über das Anarchieempfinden manches Protagonisten und die gewissenhafte Plansollerfüllung mancher Bühne räsonnieren, schalten wir um zu Jürgen Kruse.
In Frankfurt hat sich Kruse mit Georg Büchners Melancholiekomödie «Leonce und Lena» die Zeit vertrieben und bringt damit alle, die das Theater als Interpretationsinstrument, Handlungsvehikel und Sinnraum begreifen, auf die Palme.
Dabei hat er den Prinzen Leonce (Isaak Dentler), seinen Gefährten Valerio (Oliver Kraushaar) und den Papa im Reiche Popo (Alexej Lochmann) auf seine krusehafte, müde kalauernde, aber auf Dauer unwiderstehliche Art doch nur ernstgenommen, den Überdruss, die Verweigerung, die Scherze: Notwehr gegen die Unerträglichkeit des Sinns und der Rechthaberei. Es ist keine große Arbeit, aber es ist ein echter Kruse. Dazu gehören nun mal Zote, Plunder, Klamotte, dazu gehören Kruses Rock-Plattensammlung (Ehrenplatz John Lennon) und diesmal Goethes «Faust» als Zitatenschleuder, dazu gehört, dass man auf der Bühne so lässig, cool und selbstverständlich steht, wie es das im Theater sonst ...
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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 26
von Peter Michalzik
Irgendwann werde ich einmal gehen müssen, hinaus oder hinüber», steht im liebevoll gestalteten Begleitbüchlein, das der Besucherin am Eingang zu Anna Peschkes Installation «Ophiopogon» in die Hand gelegt wird. «Dann wird es vielleicht dieses kleine berylgrüne Heftchen sein, das ein paar Menschen den Zugang zu meinen Welträumen ermöglicht. Sie können hierher...
Bamberg,
ETA-Hoffmann-Theater
4. Kotzebue, Krähwinkel
R. Isabel Osthues
Basel, Theater
11. Sophokles,
Nirgends in Friede. Antigone
R. Felicitas Brucker
17. Labiche, Das Sparschwein
R. Martin Laberenz
31. Payne, Konstellationen
R. Ramin Gray
Berlin, Berliner Ensemble
17. Tschechow, Drei Schwestern
R. Leander Haußmann
Berlin, Deutsches Theater
4. Ibsen/Petras, Nora
R. Stefan Pucher
...
Bücher zur Theorie des Theaters und des Films – in der Regel sind es Dissertationen oder Referate von wissenschaftlichen Symposien und Akademiedebatten – werden in beträchtlicher Zahl noch immer gedruckt, weil dafür Stipendien, Fördergelder oder sonstige Druckzuschüsse bereitgestellt werden. Monografische Darstellungen und gut dokumentierte, illustrierte Biografien...
