Der Neuberliner
Franz WilleGratulation zur Berufung nach Berlin! Nun waren mit Thomas Oberender und Michael Thalheimer zwei Intendantenaspiranten in der Konkurrenz, und einen davon, Oberender, haben Sie selbst vor zwei Jahren, als Sie in der Findungskommission waren, empfohlen. Mit Michael Thalheimer, der viel am Thalia Theater inszeniert, sind Sie sogar befreundet.
Haben Sie denn gar kein schlechtes Gewissen, dass Sie den beiden den Job weggeschnappt haben?
Ulrich KhuonWenn man Lust auf solche Jobs hat, darf man kein schlechtes Gewissen haben! Als ich Intendant in Hamburg wurde, habe ich sogar noch mehr Kollegen einen Job weggeschnappt. Dieses Mal gab es eine kompliziertere Situation, weil ich Michael Thalheimer persönlich sehr gut kenne, wir auch ein wichtiges Stück Weg zusammen gegangen sind, aber wir sehen das sportiv. Und im Übrigen ist Thalheimer so jung, dass er noch viele Jahre Zeit hat, große Theater zu leiten. Für Thomas Oberender gilt im Grunde dasselbe. In Salzburg hat er jetzt sein erstes Jahr vor sich, das ist ja auch eine gewaltige Aufgabe! Beide stehen nicht im sozialen Abseits, weil ich Intendant in Berlin werde. Insofern hält sich meine Zerknirschung in Grenzen.
FWSie haben sich ...
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Dem Vorurteil nach war Arno Schmidt ein ähnlicher Eigenbrötler wie sein österreichischer Kollege Thomas Bernhard. Zurückgezogen auf dem platten niedersächsischen Land lebend, habe er mit niemandem sprechen wollen und keinerlei Störung beim Verfertigen seiner sperrigen Texte geduldet, heißt es stereotyp.
Doch so wie Bernhard seine – gar nicht einmal so seltenen –...
Alles stimmt, alles passt: der helle, hermetisch geschlossene Raum. Die leicht und sparsam gesetzten Klänge. Das gelbe Kleid der Iokaste. Die weißen Anzüge der Männer. Der schwarz gekleidete Chor – die Kleidung postmodern, mit ein paar historischen Zitaten, einer Schnalle hier, einem Brustpanzerteil da. Requisiten? Keine, doch, zwei Wasserflaschen. Davon später.
Ödi...
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