Bonn: Schauspiel Bonn, Werkstatt
Bobby will Wahrheit. Als er sie kennt, ist sie wertlos für ihn. Bobby wird von seiner Schwester Betty gerufen, um mit ihr eine Hütte im Wald auszuräumen. Warum das nötig ist, dafür gibt sie verschiedene Gründe an. Am Ende stellt sich heraus, dass die erfolgreiche Collegedekanin einen Liebhaber, einen ihrer Doktoranden, umgebracht hat, weil er andere Frauen attraktiver fand als sie. Als Bobby diese Wahrheit kennt, lässt er allen moralischen Hochmut fahren und hilft seiner Schwester bei der Vertuschung.
Schon mehrere kleine LaBute-Stücke wurden in Bonn ur- oder erstaufgeführt.
Sein neuestes Werk ist wieder eine Studie über die Abgründe im rechtschaffenen Milieu. Ihn treibt, wie er sagt, ein «gesundes Interesse an der Sünde», und die Wahrheit ist für ihn der schrecklichste Ort von allen. «Tief im dunklen Wald» zeigt Brüderlein und Schwesterlein im Hexenhaus. Die erwachsenen Kindlein sind keineswegs unschuldig. Betty ist eine perfide, lügnerische Mörderin aus gekränkter Selbstüberschätzung, Bobby ein notorischer Schläger und heuchlerisches Mitglied der «moralischen Mehrheit».
LaBute verwendet eine schlichte Krimi-Dramaturgie. Versteckte Hinweise überall, erst im Rückblick nimmt man ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Gerhard Preußer
Andreas Wilink Die Ruhrtriennale ist ein Festival ohne Krawattenzwang. Besitzen Sie eigentlich eine Krawatte?
Heiner Goebbels Nein, ich habe immer wieder erfolglos Anläufe gemacht – ich glaube, zur Kommunion den ersten, dann noch mal, gelegentlich. Inzwischen besitze ich keine mehr. Aber mit der Metapher verbindet sich wohl die Frage, ob man zur Ruhrtriennale...
Lobet die Putzfrau!», predigt der Sandmann den Kindern. Aus dem Mikrowellenchaos auf der Bühne zaubert er frisches Popcorn und wirft es ins Publikum wie Konfetti. Dann grinst er in den aufgeweckten Saal: «Das hat man uns verboten.» Dort hat der Lehrkörper längst vor der Anarchie auf der Bühne und in den eigenen Reihen kapituliert: Besonders engagierte Kids setzen...
Nach allem, was man von Schillers «Don Carlos» weiß, waren «die schönen Tage von Aranjuez», die zu Beginn des Dramas bekanntlich zu Ende sind, nicht besonders schön. Denn «Eure königliche Hoheit verlassen es nicht heiterer. Wir sind vergebens hier gewesen». Wer das sagt, ist übrigens nicht Prinz Carlos und auch nicht die von ihm geliebte Königin Elisabeth, sondern...
