Bombenstimmung
Auf dem Spielplatz gab es doch immer diese Jungs, die Quartettkarten vor sich auf den sandigen Boden knallten. Mit einem routinierten «Reichweite 4.800 km» oder «Fluggeschwindigkeit 3.500 km/h sticht» spielten sie Kampfjets (wahlweise Panzer oder Wildtiere) gegeneinander aus. Dasselbe vertraute Stimmungskonglomerat aus Klugscheißerei, bürokratischem Eifer und naiver Begeisterung für den Stärkeren macht sich ab der ersten Minute von Hans-Werner Kroesingers «Operation Big Week» auf der Brechtbühne in Augsburg breit.
In schnellem Wechsel referieren hier zwei Frauen und vier Männer im zeitlosen Business-Look (Kostüme Katharina Diebel) über den faszinierenden Innovationsschub, den die ersten Kampfflugzeuge für die Kriegsführung bedeuteten – ein Meilenstein nach den Grabenkämpfen des Ersten Weltkriegs. Passend dazu do- minieren Flugzeugteile die Bühne von Installationskünstler Rob Moonen: links eine waagerecht hängende Tragfläche, die mal als Konferenztisch, mal als Bunker dient, rechts ein Holzmodell vom Rumpf eines Messerschmitt-Bombers. Dazwischen machen sich die sechs durchweg starken Darsteller daran, einen Haufen dokumentarisches Material zur berüchtigten Bombennacht von ...
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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Cornelia Fiedler
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