Das große Burgwelttheater
Franz Wille (im Intendantinnen-Zimmer) Schönes Büro, man kann hier schon ein bisschen abheben.
Karin Bergmann Hier in dem Zimmer eher nicht. Das Burgtheater birgt zwar immer die Gefahr, dass es so etwas potenziert, aber das ist mehr ein Phänomen für die Feststiege. Hier im Büro holt einen dagegen ständig die Realität ein. Ich hebe nur ab, wenn ich unten auf der Bühne die richtige Vorstellung erlebe. Sonst muss man hier mit beiden Beinen ganz fest auf dem Boden bleiben, andernfalls wird es relativ schnell glatt.
FW Wenn man von Deutschland, wo seit 20 Jahren Spardebatten geführt werden, wo sich das Theater ständig legitimieren muss, nach Wien ans Burgtheater kommt – da fühlt man sich wie auf einer Insel der Seligen. Man kann hier sogar Riesendefizite bauen. Dann muss vielleicht irgendwann der Direktor und seine Stellvertreterin gehen, aber niemand stellt die Burg in Frage. Ganz ernsthaft: Was verbindet die Wiener und ganz Österreich so unverbrüchlich mit diesem Theater?
Bergmann Auf das Defizit kommen wir noch zu sprechen, aber es stimmt einfach: Der Wiener liebt sein Burgtheater. Beginnend 1776, als das Hofburgtheater von Joseph II. als Volkserziehungsinstrument den Bürgern geschenkt ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Theater des Jahres, Seite 69
von Franz Wille
A
Alan Ayckbourn
Alle lieben George (Staatstheater Nürnberg)
B
Jeff Baron
Mischpoke (Neues Schauspiel Ensemble, München)
Paco Bezerra
Grooming (Deutsches Theater Göttingen)
C
Adam Cass
Ich liebe dich, Mann (Stadttheater Pforzheim)
Guillaume Corbeil
Man sieht sich (Theater der Jungen Welt, Leipzig)
D
Lisa D’Amour
Detroit (Theater Münster)
F
Nathalie Fillion
Durch den Wind...
Schuhe aus Beton muss Fandra Fatale tragen, damit sie nicht den Boden unter den Füßen verliert und endlich ihr Leben meistern kann. Albert Wegelin erinnert an Hermann Melvilles Bartleby und sein «Ich möchte lieber nicht» und wird doch ohne sein Zutun plötzlich ein mutiger Wut-Bürger. Der fette Karl Klotz ist in eine schwerelose Seiltänzerin verliebt. Herr...
Richtig einig sind sich die 44 Kritiker, die zu unserer diesjährigen Hitparade beigetragen haben, vor allem in einer Frage: Das Theater des Jahres ist das Maxim Gorki Theater im ersten Jahr der Intendanz von Shermin Langhoff! Eindrucksvolle 15 Kritiker ließen sich von ihrem Berliner Neustart überzeugen, 7 stimmten für den Vorjahressieger Münchner Kammerspiele unter...
