Die Kompromisslose
Zuerst schiebt sich eine Hand – sie ist runzelig – ins Bild, die in einem Regal nach einer Tüte Milch greift. Eine alte Frau unter einem Kopftuch schlurft an die Ladenkasse und zahlt 49 Pence für das Lebensmittel. Margaret Thatcher kannte immer den Preis – den für Milch, den für die Prosperität Englands, den für die eigene Karriere und den für den Ruhm. Denis, ihr Ehemann (Jim Broadbent), ist längst tot, aber er sitzt mit am Frühstückstisch und teilt mit ihr das Geisterhaus der Erinnerungen.
Ihr Versuch, das Angesammelte in den Schränken und in den Ablagerungen ihres Gehirns zu entrümpeln, setzt die dramaturgische Mechanik dieser Film-Biografie in Gang. Dies und das Halluzinieren.
Die frühere Premierministerin leidet an Alzheimer. Von der Gegenwart des Gedächtnis–schwunds aus betreibt sie Selbstbeschau, ohne dass die Technik der Rückblende hier sonderlich souverän, originell und Erkenntnis stiftend bedient würde. (Wie sehr trägt im Vergleich Clint Eastwoods Montage-Methode in «J. Edgar» zur Entschlüsselung seiner Hauptfigur Hoover bei.) In «The Iron Lady» stellt sie unter der Regie von Phyllida Lloyd eher den Notnagel dar, an dem die verschiedenen Porträts der 1925 geborenen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2012
Rubrik: Magazin: Kino, Seite 60
von Andreas Wilink
Die Theaterzeitschrift
im 53. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit
Marion Schamuthe
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Knesebeckstr. 59–61, 10719 Berlin,
Telefon 030/25 44 95 10, Fax...
In der «Zeit» hat sich der Autor F.K. Mafhys einmal grundlegende Gedanken darüber gemacht, ob der Sport in Shakespeares Leben und Stücken eine besondere Rolle spielt. Sieht man davon ab, dass für den Dichter auch schon Bärenfang oder die Jagd von Fischen, Hasen und Fasanen zum leibesertüchtigenden Zeitvertreib zählten, so finden sich in den Dramen doch tatsächlich...
Engel steigen zu uns herab. Zu einem Drum-Loop, über den sich bald schon die melancholischen Synthesizerklänge von «Streets of Philadelphia» schmiegen, schweben die Akrobaten vom Bühnenhimmel. Einer von ihnen, der mit der regenbogenbunten Glitzerhose und beeindruckend ausdefinierten Rückenmuskulatur, ist Fabian Hinrichs. Kaum hat er sich seines Fluggeschirrs...
