(Hör-)Bücher für den Weihnachtstisch:

Josef Bierbichler liest seinen bayerischen Jahrhundertroman «Mittelreich»

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Ein Küken ist in die Jauchegrube gefallen. Der ganze Bauernhof versammelt sich, setzt Gott und die Welt in Bewegung, um das winzige Wesen zu bergen – und um es, kaum dass es dem Tod entrissen und gesäubert ist, zart in Butter zu braten und zu verspeisen. Ja so san’s, die bayerischen Bauern: herzensgut und saubrutal.

Josef Bierbichler, der diese kleine gemeine Epsiode genüsslich auserzählt und neben vielen anderen größeren, gewaltigeren in seinen großartigen Familien- und Jahrhundertroman «Mittelreich» eingewoben hat, ist in der Hörbuchausgabe auch der Leser seines eigenen Werkes.

Wer Stimme und Habitus des Gastronomen, Landwirts und Künstlers von Film oder Bühne her kennt, hat schon bei der Lektüre den Bierbichlersound im Ohr gehabt. Und tatsächlich liest er sein ungeheuer saftiges, witziges, düsteres, tragisches und musikalisches Buch zwar mit unüberhöhrbarer Dialektfärbung aus gerollten Rs, aufgerauten Chs und abgedunkelten Vokalen, aber auch mit einer staubtrockenen Sachlichkeit, die erst gar keine Gemütlichkeit aufkommen lassen will. Eine Leseperformance mit Pokerface.

«Mittelreich» erzählt von drei Generationen einer (mittel-)reichen Bauernfamilie, deren wertvoller Grund und ...

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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: MAGAZIN, Seite 58
von Eva Behrendt

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