Metropolendämmerung
Im Vergleich zu den Nachbarstädten Mannheim und Heidelberg ist Ludwigshafen kulturelles Entwicklungsland. Man sollte im Prinzip also einverstanden sein, wenn der ortsansässige Chemiegigant kurz ins Portemonnaie greift und ein kleines Theaterfestival spendiert.
Die «Festspiele Ludwigshafen», mit denen Hansgünther Heyme den ansonsten eher schmalen Gastspielbetrieb im Ludwigshafener Pfalzbau aufwertet, gibt es derzeit zum dritten Mal und in einer Stadt, die dank der Steuergelder aus dem Hause BASF zwar zu den begüterteren Kommunen gehören sollte, sich aber nie ein eigenständiges Ensemble- und Repertoiretheater leistete – schon gar nicht, als der Chemie-Multi im Zuge der Globalisierung seine Überschüsse «global» abschreiben konnte und der Gewerbesteuerstrom versiegte. Da konnte die Stadt nicht einmal mehr ansatzweise an Kultur denken, während die BASF selbst in die Offensive ging und unter anderem die Festspiele spendierte, die Hansgünther Heyme Mitte Oktober mit der Uraufführung von Mohamed Kacimis «Heiliges Land» eröffnete (siehe S. 50 in diesem Heft).
Das Stück des Algeriers spielt im Niemandsland eines besetzten Territoriums, spiegelt den israelisch-palästinensischen Konflikt und ...
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Kurz nach Aufführungsbeginn flüstert mir Elke Heidenreich ins Ohr: «Ist genau wie beim Lesen. Nach zehn Minuten weiß man, ob ein Buch fesselt oder nicht.» Sie ist gefesselt. Schaut gebannt. Hört mit freudiger Aufmerksamkeit der Musik zu, die das Spiel begleitet, kontrapunktiert, steigert. Sie möchte ganz augenscheinlich am liebsten mit auf die Bühne.
Als wir uns...
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Im Südwesten der USA gibt es kleine Städtchen aus der Zeit des Goldrausches, die heute noch vom Geist des «Ankommen, Absatteln, Claim abstecken» inspiriert sind. Wer hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Geschäft machen wollte, musste rechtzeitig da sein, ansonsten war das Geschäft schon wieder ganz woanders, und es erging ihm wie Rob, Micha und Katy....
