Birte Schnöink als Erzählerin; Foto: Krafft Angerer
Hamburg: Salut, Universum
Durch das Feld, durch den Wald, durch den Fluss. Isa ist aus einer psychiatrischen Einrichtung abgehauen, und jetzt irrt sie durch die Nacht, betäubt und befeuert von Pillen, die sie sporadisch einwirft. Begegnet einem taubstummen Kind. Erzählt dem die herzzerreißende Geschichte von einem in Spanien ausgesetzten Hund. Und tanzt glücklich auf Messers Schneide.
«Ich gehe immer geradeaus»: Die Figur Isa entdeckt eine Geografie, Wolfgang Herrndorfs 2014 posthum erschienenes Romanfragment «Bilder deiner großen Liebe» entdeckt in dieser Geografie eine Person, und Birte Schnöink entdeckt am Hamburger Thalia in dieser Person einen Text.
Die Bühnenfassung von Herrndorfs Roman «Tschick» (2010) ist seit Jahren ein Publikumsrenner an den deutschsprachigen Theatern, auch am Thalia ist Christopher Rüpings Inszenierung praktisch ununterbrochen ausverkauft. Ein Erfolg, den «Bilder deiner großen Liebe» wohl nicht wiederholen kann, auch wenn Isa als Nebenfigur schon in «Tschick» auftauchte – «Bilder deiner großen Liebe» sperrt sich gegen die leichte Konsumierbarkeit, ist nicht nur wegen seines fragmentarischen Charakters ein spröder Text, dem zudem eine bühnentaugliche Dramatisierung fehlt, wie sie ...
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Theater heute Februar 2018
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Falk Schreiber
Das erste offizielle Brexit-Stück – ohne dass das «B-Wort» je fallen würde – ist Mike Bartletts neuester Wurf mit dem programmatischen Titel «Albion» am Almeida Theatre: eine Subversiv-Variante der Tschechowschen Familie auf dem Lande, die am Ende einer Ära in eine Identitätskrise schlingert. Doch hier zieht die (erfolg)reiche Unternehmerin Audrey Walters mit...
Es war, man traut sich das heute kaum zu sagen, keineswegs alles immer gut an Frank Castorfs Berliner Volksbühne. Nehmen wir zum Beispiel die Volksbühnenbulette. Mit Schaudern erinnere ich mich an den Premierentag, an dem ich kurz vor Vorstellungsbeginn am Volksbühnenbüffett eine solche original Volksbühnenbulette verzehrte. Hellbraun war ihre Farbe, knusperzart...
Theatermann/Schriftsteller/Leser», meint Peter Handke, wäre die passende Grabinschrift für den Ende 2015 verstorbenen Regisseur Luc Bondy, der offenherzig bekannte, «diesen eigenartigen, für die Nachwelt kaum zu beschreibenden Beruf des Regisseurs» gewählt zu haben und damit «die Sehnsucht nach dem Schreiben kompensiere, indem ich inszeniere, sozusagen in die Luft...
