Neue Heimaten
Neulich rief ein Intendant beim polnischen Nachwuchsdramatiker Michal Walczak an. Das Theater wolle seine schwarze Komödie «Elchjagd» spielen. Und man habe auch schon eine gute Idee, das Stück umzuarbeiten. Der Elch sei ja eher der Typus eines einsamen Tieres, «für das Stück wäre ein Tier besser, das sympathischer, familienfreundlicher ist ... Wir könnten aus der ‹Elchjagd› doch einfach eine ‹Pinguinjagd› machen?»
Leicht haben es neue Stücke also auch in Polen nicht.
Zwar boomte im letzten Jahrzehnt der Erstaufführungsbetrieb in Werkstätten und auf Festivals, doch selten werden die Stücke dann auch nachgespielt; auf die große Bühne schaffen es die wenigsten, geschweige denn ins Ausland. Dass Namen wie Dorota Maslowska oder Michal Walczak in Berlin dennoch geläufig sind, verdankt man vor allem der Kooperation zwischen dem Polnischen Kulturinstitut und dem Maxim Gorki Theater. Letzten November präsentierte sich die «Neueste Dramatik aus Polen» erstmals als «Theaterslam» in der Berliner Akademie der Künste. Kuratiert wurde er von Marta Sztanka, Leiterin der agencja dramatu in Warschau, die ihre Auswahl mit acht «faszinierenden individuellen Persönlichkeiten» begründete, die ihre ...
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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Anja Quickert
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