Ökonomie und Ästhetik oder Eine deutsche Eselei
Seit mindestens 20 Jahren werden die Zuschüsse der Theater seitens der Kommunen gekürzt. Die beiden zentralen Folterinstrumente sind fehlender oder mangelhafter Ausgleich von Tariferhöhungen und fehlender Inflationsausgleich. Für die Träger haben diese Maßnahmen den Charme, dass sie oft unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle bleiben. Hinzu kommt die empörende Unsitte, dass die Kommunen und Länder als Arbeitgeber Tariferhöhungen zustimmen, ohne sie bezahlen zu müssen.
Aber es gibt auch Maßnahmen oberhalb der Wahrnehmungsschwelle: Theaterschließungen, Fusionen, Spartenschließungen, rabiate Kürzungen in Millionenhöhe etc. Und wenn wieder einmal ein Intendant entnervt hinschmeißt, steht – Theater ist auch ein Markt – schnell ein anderer bereit, der im Tal der Tränen neuen Optimismus verbreitet. Er tauscht das alte Ensemble gegen ein jüngeres, kleineres und preiswerteres aus und verheißt in der Euphorie seines Neubeginns eine glückliche Zukunft.
Die Krise der Kommunen
Man kennt solche Entwicklungen auch aus anderen Branchen, sobald sie in die Krise geraten: Mal ist es die Automobilindustrie, mal die Solarbranche. In letzter Zeit sind es vor allem die Printmedien: ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 29
von Joachim Lux
In Philipp Weiss’ Stücken treten massenweise Personen auf. Viele haben nur einen Auftritt oder eine kurze Szene zu verwalten, sind lediglich für Augenblicke Handlungsträger und kehren nie wieder. Ein Kosmos, wie von Paul Claudel ersonnen, tut sich auf: Zahlreiche Handlungsfäden und unterschiedlichste Figurenkonstellationen fügen sich, Szene um Szene, zu einem losen...
Eine Bühne. Vor dem geschlossenen Vorhang der Dramaturg.
Dramaturg Herzlich willkommen.
Herzlich willkommen zur Einführung: «Die Römische Octavia».
«Die Römische Octavia» von Anton Ulrich Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel.
Am Schauspiel Hannover.
Tja.
Herzlich willkommen.
Pause
Schön, dass sie so zahlreich erschienen sind.
Ich bin der Dramaturg der Produktion.
Aber...
Steigt man am Flughafen Krakau in einen Wagen und fährt Richtung Südosten, gelangt man bei guter Ortskenntnis nach knapp drei Stunden in ein Dorf in den Beskiden. Hier beginnt die Welt hinter Dukla, in der Andrzej Stasiuk zu Hause ist. Wo sich heute der polnische Nationalpark Magura in den Ostkarpaten erstreckt, verlief vor 100 Jahren noch die Grenze zwischen...
