Spielwelten
Die Zeitspanne vom Erscheinen eines Romans bis zu seiner Adaption für die Bühne schrumpft immer mehr.
Bei «Schilf», dem Krimidebüt der gefeierten Jungjuristin und Erfolgsautorin Juli Zeh – einem Buch, das neben einem mörderischen akustischen Missverständnis und einem moribunden Kommissar auch noch mit verzwickten physikalisch-philosophischen Debatten über das Wesen der Zeit aufwartet –, hat es von August bis Mitte Dezember gerade mal vier Monate gedauert, bis im Münchner Volkstheater die Bühnenfassung der jungen Regisseurin Bettina Bruinier und der Dramaturgin Katja Friedrich Premiere hatte. Und trotz häufig berechtigter Zweifel am Sinn solcher Zweitverwertung hat die griffige Bearbeitung der beiden jungen Theaterfrauen dem zuweilen etwas weit schweifenden Ausgangsprodukt sogar ganz gut getan.
Zwei Physiker, der nobelpreisverdächtige Oskar und der nicht ganz so geniale Sebastian, haben ihre Freiburger Studienzeit in einer Art erotisch grundierter intellektueller Symbiose verbracht. Nun droht Sebastians trautes Familienglück mit der hübschen Galeristin Maike und Söhnchen Liam die physikalische Passion der beiden Freunde zu untergraben. Zudem lässt er sich, mittlerweile selbst ...
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In Bernd Stegemanns ausführlicher und höchst lesenswerter Rezension der Theatergeschichte Günther Rühles in TH 12.07 gibt es leider einen gravierenden Irrtum. Stegemann schreibt:
«Bis zum Eintreffen des Geldes von Goebbels und Konsorten waren die Theater überwiegend privatwirtschaftliche Unternehmen.»
Die Hauptmasse der Theater außerhalb Berlins bildeten...
Theater heuteHallo, hier ist Eva Behrendt von «Theater heute» …
Bernhard Schodrowski«Theater heute»! Ich warte seit drei Jahren darauf, dass Sie anrufen! Obwohl ich zugeben muss: Das letzte Mal, dass ich Ihre Zeitschrift gekauft habe, war, als das Interview mit Harald Schmidt drin war.
THIch bin schon gerührt, dass die Berliner Polizei überhaupt «Theater heute»...
Vorhang auf, und das Theater wird erst einmal zum Kino. Eine Filmleinwand verschließt die gesamte Bühnenöffnung. Darauf bremst mit quietschenden Reifen ein weißer Fiat 130, gleich dahinter das Fahrzeug der Eskorte. Maschinengewehrsalven. Schreie. Entsetzen. Wer sich noch regt, wird mit gezielten Schüssen niedergestreckt. Ein Mann wird aus dem Wagen gezerrt, in...
