Lehre der Täuschung
Sind wir nicht alle Meister in Sachen Fremd- und Selbsttäuschung? Entwickeln wir nicht die seltsamsten Strategien, um einen kleinen Vorteil zu erlangen, den anderen fertig zu machen oder ein wenig Liebe zu erhaschen? LaButes Figuren scheinen die fiktionalen Alter Egos des ganz normalen Zeitgenossen. Nett und redlich auf den ersten Blick, doch Vorsicht, wenn seine Tiefenschichten freigelegt werden.
Auch in seinen jüngsten drei Einaktern, die LaBute für die Schauspielerin Birte Schrein am Theater Bonn verfasst hat (mit der ihn seit einigen Jahren eine intensive Zusammenarbeit verbindet), tun sich Abgründe auf, die mitunter bis zu den fluchbeladenen Familienbanden der Artriden führen.
In «Die Furien», dem doppelbödigsten der drei Texte, trifft sich Paula nach einer kleinen Auszeit mit ihrem Noch-Freund Jimmy. Der hat jedoch als Unterstützung seine Schwester Jamie mitgebracht, die aufgrund ihrer Stimmbandpolypen nicht laut sprechen kann und ihrem Bruder permanent aufwiegelnd einflüstert, was er sagen soll. Doch dann kündet Paula ihren kurz bevorstehenden Tod an – oder ist es nur eine Taktik, um sich von Jimmy möglichst rückstandsfrei zu trennen? Auch in Jennifer Whighams Inszenierung, ...
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