Was Frauen wirklich wollen
Wie wär’s mit einer Frauenfantasie? Bitte vorstellen: ein gepflegtes Bordell auf dem Lande, von außen kuscheliger Backstein-Gutshof, von innen hippe Szenebar mit Kristallklunkerlampen, Fototapeten und 70er-Jahre-Plastikwandverschalung. Die Nutten: hübsche, mitunter ziemlich schwul und angegriffen ausschauende Männer. Die Freier: attraktive, strenge, auffällig wortkarge Frauen in den besten Jahren. Die Sex-Toys: der Kostümfundus der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Das Berliner Filmkollektiv Hangover Ltd.
, zu dem Christine Groß, Sophie Huber, Ute Schall und Tatjana Turanskyj gehören, haben in ihrem vierten Film «Korleput» den Spieß mit dem käuflichen Sex umgedreht und sich gefragt, was denn wohl wäre, wenn das Puff-Ding andersrum liefe. Das nachvollziehbare Ergebnis: Wenn Frauen schon so hart draufkommen, dass sie den Dienst sich prostituierender Männer in Kauf nehmen, dann sehnen sie sich nicht nach wildem Sex, sondern nach zärtlichen Rollenspielen. Nach Gatten, die der heimkehrenden Abenteurerin ins Ohr flüstern, wie sehr sie sie vermisst haben, nach Priestern, die ihnen beim gemeinsamen Gebet begehrliche Blicke zuwerfen und nach gleich zwei Reitknechten auf einmal, die die ...
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Neustarts im städtischen Theater sind gemeinhin ein so kompromissreiches Unterfangen, dass man sich ruhig einmal ausmalen darf, wie ein gelungener Anfang aussieht. Etwa mit einer Grundsteinlegung auf der Bühne des Oldenburger Staatstheaters: Es ist einer der milden, trockenen Novemberabende 2006, mitten in der Arbeitswoche. Die 350 Plätze im Kleinen Haus sind...
Was für eine einzigartige Madonnenfresse sie hat, diese riesigen Glotzeaugen, der weit oben auf den Schädel verschobene Haaransatz, dieser leichenbleiche Teint: Die Schauspielerin Brigitte Hobmeier, Liebling des Münchner Theaterpublikums, ist (wie nicht wenige herausragende Darstellungskünstler) ein Monster, eine Zumutung, eine mitunter nur schwer erträgliche...
Wir Bildungsbürger und Abonnenten, Shakespearefreunde und Humanisten, wir Theaterkritiker und von engagierten Lehrern herangeschleiften Gymnasiasten – wir sind das Volk. Damit wir das nicht vergessen und auch nicht, dass die Tragödien des britischen Renaissance-Dramatikers William Shakespeare mit uns, dem Volk, zu tun haben, werden wir als solches angesprochen und...
