Umarmung für den Apparat

In Stuttgart thematisieren She She Pop mit «Einige von uns» die Arbeit im Stadttheater

Theater heute - Logo

Einige von uns waren an diesem Abend in Stuttgart. Einige von uns haben gelacht, gegrübelt, geklatscht. Einige von uns haben sich gefragt, warum man sich am Schluss trotzdem nicht anders fühlt als nach einem normalen Theaterabend.

«Einige von uns», so heißt das Projekt der Performancegruppe She She Pop – vor vielen Jahren gegründet von Studenten der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen – am Stuttgarter Schauspiel.

Es geht um Veränderung, es geht um Haltungen zur Kunst und der damit verbundenen Arbeit, und los geht es eigentlich ziemlich normal: im Zuschauerraum, wo sich die Zuschauer setzen – nur ohne Platzkarte. Der eiserne Vorhang dient als Projektionsfläche für ein Video, das auf den Abend einstimmt: Impressionen aus den Eingeweiden des Theaterbetriebs. Der Videofilmer Tobias Dusche hat Stillleben eingefangen, zum Teil fast unbewegte, aber hochästhetische Einstellungen, die er etwa in der Malerwerkstatt, im Kostümfundus, am Bühneneingang, in der Waschküche oder in der Schneiderei aufgenommen hat. Oft sind es nur Geräusche – das Rattern von Maschinen, Gesprächsfetzen –, manchmal einzelne Handgriffe – ein Hammer, der auf einen Amboss saust – oder automatisierte Abläufe – ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juli 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Kristin Becker

Weitere Beiträge
Vorschau

Pläne der Redaktion

 

Der Supertanker unter den deutschsprachigen Theaterfestivals, die Wiener Festwochen, führt auch in diesem Jahr fette Ladung: eine Bilanz

 

Sozialporno oder Armuts­groteske? Wie nett sind arme Leute? Michael Thalheimer inszeniert Gorkis «Nachtasyl» in der Berliner Schaubühne

 

Die Welt ist, was der Unfall ist! Ferdinand Schmalz hat einen neuen...

Gequetschte Körper

Ungefähr zur Pause ist dann die Luft raus. Aus der mittelgroßen Hüpfburg, die einen Gutteil der Bühne im Kleinen Haus des Bremer Theaters einnimmt und nach 90 Minuten leise zischend in sich zusammensackt. Aber auch aus Anne Sophie Domenz’ Uraufführung von Thomas Melles «3000 Euro», die bis zu diesem Punkt einen ganz eigenen Blick auf die Vorlage hat und dann ein...

Because he can

Natürlich ist die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter irrsinnig berühmt. Also noch viel berühmter als der schwedische ESC-Sieger. Und natürlich hat Christoph Marthaler eine seit Jahrzehnten gut gefüllte Zaubertrickkiste, aus der man immer mal wieder schnell ein paar Sächelchen zu einem Abend zusammenklauben kann. Und dann kann man ein paar...