Auf der Suche nach dem Doppelton

.. in Frankfurt, Bielefeld und Bern. Moritz Rinkes neues Stück «Wir lieben und wissen nichts» widerlegt die These, dass neue deutsche Stücke prinzipiell nicht nachgespielt werden. Es gibt eine zweite Chance!

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Moritz Rinke ist vor zwanzig Jahren mal in der postdramatischen Performanceschmiede Gießen ausgebildet worden und hat sich danach dem Gegenteil verschrieben: dem well-made Play, das er auch eine Zeitlang Studenten des Szenischen Schreibens am Literaturinstitut in Leipzig beigebracht hat.

Klassisches Theaterhandwerk – das gilt hierzulande nicht automatisch als Qualitätskriterium. Rinke schreibt Stücke mit Szenenanweisungen, Figuren, die einen Namen haben und aus Dialogen ihre Kontur gewinnen.

Die Dialoge bestehen aus vollständigen Sätzen und steuern zielgerichtet auf die Pointe zu, wenn nicht sogar auf den Sinnspruch: «Die Liebe ist irgendwann mit dem Kapitalismus zusammengestoßen und dabei kaputtgegangen.» Oder: «Wenn wir nicht reden, trennen wir uns nicht.»

Sätze aus Rinkes neuem Stück mit dem Titel «Wir lieben und wissen nichts», der elegischer klingt, als es das Stück ist. Es geht hier unter anderem um die mangelnde Kommunikation zeitgenössischer Paare, und dafür wird sehr viel, sehr schlau und sehr lustig  geredet. Es ist sein erstes Stück nach sieben Jahren, die er dem Romanschreiben gewidmet hat, und er hat sein Handwerk nicht verlernt. Auf sehr entspannte Art schafft er es, ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Neue Stücke, Seite 22
von Barbara Burckhardt

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