Showtunes mit Botschaft

Steven Saters Broadway-Version von «Frühlings Erwachen» und Bill Condons Musicalfilm «Dreamgirls» gelten in New York als Hits der Stunde. Doch wie viel Orchester-Pop verträgt der Zeitgeist?

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Vielleicht tut es Amerika gut, die angesichts Irak-Krieg und Global Warming gesunkene Moral ein bisschen mit verlässlich rühriger Musical-Unterhaltung aufzubessern. Erst recht, wenn diese in verdaulichen Portionen und mit ein biss­chen ernstgemeinter Zeitkritik daherkommt. Die Kritiker in Los Angeles und New York jeden­falls sind sich einig: Wenn es in diesem frühlingshaften Winter nur einen Film gäbe, den man sich anschaut, dann sollte es «Dream­girls» von Bill Condon sein, ein überraschend anspruchsvoller Oscar-Favorit.

Sollte man vorhaben, ins Theater zu gehen, dann bitteschön ins «Eugene O’Neill» auf dem Broadway, wo Librettist Steven Sater und Komponist Duncan Sheik versuchen, Frank Wedekinds «Frühlings Erwachen» mit knud­deligem Indie-Rock und ein bisschen Love-and-Peace-Gravitas fürs heutige Amerika relevant zu machen.

Und ja, selbst für zynische Europäer gibt es in diesen beiden Musicals Szenen, die sich ohne Schamgefühle oder Camp-Attitüde ansehen lassen. Was für das Genre, ob auf Bühne oder Leinwand, ja schon mal eine Leistung ist. In «Spring Awakening» (Regie Michael Mayer) ein paar wenige, in «Dreamgirls» sogar viele.
 

Teenie-Rebellen rocken los

Dabei scheint gerade das ...

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Theater heute Februar 2007
Rubrik: Medien/TV, Seite 63
von Daniel Schreiber

Vergriffen
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