Volkstribun der gerechten Sache
Die sprachliche Lieblingsformel von Philipp Ruch ist «Wir müssen». Über hundert Mal wird in dem schmalen Essaybüchlein «Schluss mit der Geduld» gemusst. Und immer geht es dabei ums Ganze. «Wir müssen Unversöhnlichkeit mit dem Feind lernen.» «Wir müssen das Territorium des Idealismus zurückgewinnen.» «Wir müssen uns für die Humanität entscheiden und notfalls für sie sterben.
» Und wenn wir doch noch nicht sterben müssen bei Philipp Ruchs Endkampf um die Menschlichkeit, dann «müssen wir alle die Säuglinge sterben sehen», im Mittelmeer, in Syrien oder in der Tagesschau, um endlich zu verstehen, dass wir heute in einer Situation wie 1932 leben.
Aus mangelnder Anteilnahme steht der Faschismus in Form der AfD nämlich kurz vor der Machtübernahme, sagt Ruch, und zwar mit Hilfe von Jens Spahn, dem netten Jungen von der CDU, der bald mit den Stimmen der «Fridays for Hubraum»-Populisten Kanzler werden wird, aber nicht merkt, dass er nur das trojanische Pferd für die Machtübernahme eines neuen Adolf Hitlers ist. Laut Philipp Ruch heiße der diesmal Andreas Kalbitz oder wahlweise Björn Höcke – wobei ein Andreas Höcke noch viel schöner wäre, dann stimmen wenigstens die Initialen wieder.
Wenn ...
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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 43
von Till Briegleb
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