Aufführungen
Der Süden. Eine Insel irgendwo zwischen Griechenland und Ägypten. Die letzte Folge eines tragischen Stoffs. Euripides und Peter Handke als Autoren. Birgit Minichmayr und Ernst Stötzner als kriegs- und krisengeschütteltes Ehepaar Helena und Menelaos. Und Regie Luc Bondy – in Wien weiß man halt, wie man sein Publikum in den Sommer schickt.
Auch andernorts werden Kräfte für ein festliches Spielzeitende gebündelt: mit Harold Pinters «Geburtstagsfeier» (Regie Thomas Langhoff) am Bayerischen Staatsschauspiel München und Gerhart Hauptmanns «Der Biberpelz», inszeniert vom Fachmann für flotte Klamotten, Herbert Fritsch, in Schwerin; mit Molières «Eingebildetem Kranken» (Regie Albrecht Hirche) in Aachen und Jacques Offenbachs Opera buffa «Die Banditen» (Regie Sebastian Baumgarten) im Zürcher Theater am Neumarkt. Armin Petras inszeniert erstmals am Schauspielhaus Bochum und erstmals O’Neill: «Ein Mond für die Beladenen»; am Schauspiel Köln zeigt Jürgen Kruse Calderons «Das Leben ein Traum» – ein Titel, der eigentlich über jeden Kruse passt. In Weimar erzählt Nora Schlocker noch einmal die traurige Moritat von Büchners «Woyzeck», in Heidelberg lässt Simon Solbergs «Hamlet» den Staat Dänemark ...
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Natürlich sind wir Kulturkonsumenten politisch wahnsinnig gebildete Zeitgenossen. Sobald es allerdings um etwas mehr als die (griechische) Staatspleite oder Guido Westerwelles Vorstellungen von «spätrömischer Dekadenz» geht, können sich durchaus Wissenslücken auftun. Wieso bissen sich zum Beispiel Nikita Chruschtschow und Walter Ulbricht bei ihrem Treffen am 1....
Eine Woche nach dem Unglück von Smolensk – das Warschauer Theatertreffen war umgehend abgesagt worden – hatte man auch in Wroclaw abzuwägen, ob die lange geplante Eröffnung der Na-Grobli-Villa zu verschieben wäre. Etwas abseits am Ufer der Oder gelegen, soll das Fabrikantenanwesen vom Ende des 19. Jahrhunderts mit seinen großzügigen Räumlichkeiten nun als zweite...
Von der menschlichen Seite betrachtet, ist so ein Mythenheld ja wenig sympathisch. Herakles’ Weg zum Ruhm ist mit Leichen gepflastert, sein Familienleben ein Desaster, seine Sozialkompetenz ungenügend. Am Ende stirbt dieses Egomonster einen qualvollen Tod. Damit beginnt die Trilogie von Armin Petras. Die drei Stücke («Herakles’ Tod», «Alkestis, mon Amour» und...
