Netze und Töpfe
Besonders gut gefallen hat den 140 Teilnehmern der Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft in Erlangen das Bild von dem Haus, das ab und zu einmal gelüftet werden muss. Der Kulturmanager Roger Christmann aus Brüssel hatte es vor ihren geistigen Augen aufgebaut, als er darüber sprach, dass für Theaterleute nichts schlimmer sei, als sich in den eigenen vier Wänden zu verbunkern. Ein Haus aber, das nicht gelüftet wird, bei dem nicht immer wieder weit die Fenster und Türen aufgerissen werden, beginnt zu muffeln.
Ein Theater, das sich nur mit sich selber beschäftigt und den Blick nach draußen scheut, verpasst den Anschluss an die kulturelle Entwicklung in Europa, folgerte Christmann. Und die Dramaturgen, Theaterwissenschaftler, Autoren, Regisseure, Festivalmacher und Verlagsvertreter nickten; und es schien, als röchen sie alle verlegen ein wenig an ihrer Kleidung, ob sich da nicht schon der Mief der letzten Jahre festgesetzt hat, in denen sie allzu sehr nur mit sich selber beschäftigt waren.
Mehr Reisen!
Also hieß es: Aufbruch! Wie sonst hätte tatsächlich eine der zentralen Forderungen des dreitägigen Treffens lauten können: Mehr Reisemöglichkeiten für Dramaturgen! Und zwar ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Exakt 2783 Jahre europäische Theatergeschichtsdaten auf 239 Seiten nebst weiteren 116 Seiten aufgelisteter Theaterliteratur zum Thema – wer so ein Projekt zwischen zwei Buchdeckel bringt, braucht viel Leidenschaft. Wolfgang Becks datenselige «Chronik des europäischen Theaters von der Antike bis zur Gegenwart» will einen Überblick geben über «Zusammenhänge,...
Der Horror beginnt ganz leise. Birgit Minichmayrs Gitti, PR-Frau beim Musikkonzern Universal, ist ein Mädchen zum Pferdestehlen: unkompliziert, humorvoll, selbstbewusst, und wenn sie ihren Freund halb zärtlich, halb trampelig Richtung Familiengründung zu bugsieren versucht («Komm, wir lassen mal die Kondome weg»), hat das unbedingt Charme. Dazu passt ihr...
Michael Merschmeier Die Kinder-Frage zuerst: Was war die erste Theateraufführung, an die Sie sich heute noch erinnern?
Jürgen Flimm Tatsächlich war das «Peterchens Mondfahrt» in Bergisch Gladbach im Theater «Der bergische Löwe». Ich bin mit einer Freundin der Familie – wir wohnten in Köln-Delbrück – dahin. Aber viel mehr weiß ich nicht.
MM Kam danach der...
