Schreibkampf

Ewald Palmetshofers «tier. man wird doch bitte unterschicht»

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Ewald Palmetshofer kämpft. Das kann man lesen. Hier schreibt niemand, der sich seiner Sprache, seiner Themen oder seiner Kunstgriffe sicher ist. Hier fordert ein Schreiben sich heraus in neue Zusammenhänge. Schon der Titel ist eine Zumutung. Fühlt man sich vom ersten Wort beschimpft, bleibt der Satz danach ein Stummel und ist nur schwer verständlich. Und so geht es weiter in der vorangestellten Regieanweisung: «Die Szenen-Übergänge verstehen sich als Verwandlung. Die eine wechselt in die andere, ohne dass man die vorhergegangene Szene abräumen müsste.

Abgesehen von Erika sind alle Personen auch als Chor zu verstehen. Unterschiedliche Schriftarten markieren unterschiedliche Zeitebenen, zwischen denen die Stimmen wechseln. Die Ebenen bestehen sowohl nebeneinander als auch durcheinander. Somit befinden sich verschiedene Figuren unter Umständen auch in unterschiedlichen Zeiten.» Das soll ihm erst einmal jemand nachmachen.

Bei der Lektüre solcher Vorschriften freut sich der Dramaturg auf die Reaktion der Regisseurin, auf die Fragen der Schauspieler und die Einfälle des Bühnenbilds, und es entsteht etwas, das nicht entstanden wäre, hätte der Autor sich an Ratgeber gehalten oder an seine ...

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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 192
von Julia Weinreich/Martin Heckmanns

Vergriffen
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