Im Backrohr brutzelt eine Metapher
Was war eigentlich die letzte Komödie in deutscher Sprache, waren das Schwabs «Präsidentinnen» oder war das Taboris «Mein Kampf»? Und warum noch mal sind Komödien im E-Theater nicht gerne gesehen?
Auch Martin Heckmanns neues Stück «Ein Teil der Gans» – im Oktober wird es in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin uraufgeführt – ist keine Komödie. Aber es bringt uns auf lauter Ideen, warum es Komödien gibt, warum wir uns in Komödien widergespiegelt sehen und warum wir gerne lachen.
«Ein Teil der Gans» ist schon im Titel ein kleiner, sophistischer Komödien-Kommentar. Die zu teilende Gans klingt nach einem Teil des grossen Ganzen, im Backrohr brutzelt eine Metapher. Und sind wir erst einmal in den Dialog eingestiegen, werden wir bald noch hellhöriger (genau genommen in der siebenten Wortmeldung): Das Stück spielt am Martinstag, will sagen am Festtag des Heiligen Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel geteilt hat und von den Gänsen verraten wurde, als er sich im Stall seiner Berufung zum Bischof entziehen wollte – weswegen man anscheinend am 11. November Martinigänse essen muss, in manchen Gegenden sogar Martinssängern die Tür zu öffnen hat. Man sieht: Für eine Komödie ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 155
von Roland Koberg
Dimiter Gotscheffs «Perser»-Inszenierung hat es niemand leicht gemacht: Fast wäre sie im Deutschen Theater gar nicht herausgekommen, und auch bei der Auswahl des Theatertreffens mochte sich die Jury nicht zu einer Nominierung durchringen. Unsere Kritikerumfrage hält dagegen und wählt das Drama des Untergangs einer Großmacht zur Inszenierung des Jahres!
Christine...
Man kann in Berlin in diesem Sommer kaum mehr zum Zahnarzt gehen, ohne von einem verzückten Dentisten auf Peter Steins «Wallenstein» angesprochen zu werden. Vielleicht liegt es nur an den berufsständischen Parallelen: Wo der eine zehn Stunden schenkelstarre Zuschaudemut verlangt, lebt der andere von jeher davon, Menschen in einen Sessel zu bitten, in dem sie...
Absurd natürlich, von einem Stück zu erzählen von dem es bislang nur den Plot gibt und den Stückbeginn: «frau bosch,/ die ware,/wäre da/Sollen wir,/damit/ums Haus,/zum Keller,/in den Wäscheraum,/stellt doch hier ab, was ihr habt, in den Schatten, unters Dach, auf den Fußabstreifer, wo es trockenbleibt./Fang,/am,/An,/fang,/fang, /fang,an.» Hier ist sie wieder, die...
