Neue Stücke · Aufführungen (11 2017)
Neue Stücke
Kaschemmen wie der «Goldene Handschuh» auf St. Pauli sind tieftraurige Orte: Hier sammeln sich Trinker und Huren, Außenseiter und Kriminelle ohne jeden verklärenden Hauch von Bohème. Heinz Strunk hat der Kneipe und einem ihrer Ex-Stammgäste, dem Frauenmörder Fritz Honka, mit seinem gleichnamigen Roman ein eindrucksvolles, ja zärtliches Denkmal gesetzt. Am Schauspielhaus Hamburg setzt er das Buch jetzt mit Studio Braun in Szene.
Empathie lernen kann man schon vorher im von SIGNA gegründeten Verein «Das halbe Leid» e.V., der zu 12-stündigen Kursen in eine Barmbeker Fabrik einlädt. Thomas Melle hat noch einmal ein Stück über einen eigentlich geheilten Bipolaren geschrieben: «Versetzung» kommt in der Regie von Brit Bartkowiak am Deutschen Theater Berlin heraus. Am Schauspielhaus Wien inszeniert Thomas Köck mit Elsa-Sophie Jach sein Stück «Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder, klagt!)».
Das Deutsche Theater Göttingen bringt Kate Tempests von «Wir sind Helden»-Frontfrau Judith Holofernes übersetztes Theaterstück «Wasted» heraus; Regie führt Johannes Rieder. An der Volksbühne, wo Tempest Anfang September ihren Auftritt abgesagt hatte, starten nun Max Pitegoff und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2017
Rubrik: Daten, Seite 64
von Red.
Zeitgenössisches Ausstellungsdesign ist in der Regel so innovativ wie gemeißelte Grabsteine. Schräge oder gerade Wände, bunte oder gedeckte Hintergrundfarbe, helle oder dunkle Beleuchtung, viel oder wenig Text, das sind die berauschenden Alternativen für die Installation von Kunst in deutschen Museen. «I am a problem», der Titel der aktuellen Sammlungspräsentation...
Der Reisende ist müde. Zusammengesunken, stumm, mit leeren großen Augen liegt er auf seinem Überseekoffer, als das Schiff langsam in den Hafen gleitet, und selbst der Blick auf die Freiheitsstatue entlockt ihm kaum ein Staunen. Kein Wunder: Der Reisende, Karl Rossmann, ist eine Puppe, und Gefühlsregungen, Bewegungen, Handlungen vollführt diese nur, wenn sie vom...
Bonbon-Farben beherrschen die Bühne von Jürgen Höth für das erste Nachspiel von «Vereinte Nationen» (abgedruckt in TH 4/17) – ein Talkshow-Ambiente? Die Möbel der bunten Sitzgruppe haben alle runde Ecken. Verletzen also sollte sich hier niemand – während im Kontrast das Stück ja Verletzung ohne Pause zeigt. Anton und Karin missbrauchen die Tochter Martina als...
